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Gaza bleibt eingesperrt

Januar 27, 2009

Von Hilfslieferungen abhängig – Palästinenser an einer UN-Lebensmittelausgabestelle in Gaza-Stadt am Donnerstag
Foto: AP

Von Rüdiger Göbel<
Israel will die eineinhalb Millionen Palästinenser im kriegszerstörten Gazastreifen auch nach dreiwöchigem Bombardement gefangenhalten. Die Regierung in Tel Aviv weigert sich, trotz Aufforderungen seitens der EU und einer Entschließung des UN-Sicherheitsrates, die Blockade aufzuheben. Lediglich die Lieferung von Hilfsgütern nach Gaza soll erlaubt werden. Wann, blieb am Donnerstag allerdings unklar. Israelische Kriegsschiffe ignorierten gestern die Waffenruhe und beschossen den Gazastreifen. Fünf Palästinenser – zwei Kinder, zwei Frauen und ein älterer Mann – im direkt am Mittelmeer gelegenen Flüchtlingslager Schati wurden verletzt, ein Haus und mehrere Fischerboote beschädigt.

<!– UN-Nothilfekoordinator John Holmes forderte Israel am Donnerstag auf, sofort die Grenzübergänge zum Gazastreifen zu öffnen, um Baumaterialien für den Wiederaufbau einführen zu können. Unmittelbar würden nun sauberes Wasser, Abwasserentsorgung, Strom und Unterkünfte benötigt. Die Zahl der Kriegsopfer nannte Holmes »extrem schockierend«. Nach neuen Angaben der palästinensischen Gesundheitsbehörde wurden bei den israelischen Angriffen 1330 Palästinenser getötet. Unter den Toten sind 437 Kinder, 110 Frauen und 123 ältere Menschen. Weitere 5450 Menschen – 1855 Kinder und 795 Frauen – wurden verletzt. Auf israelischer Seite wurden 84 Menschen verletzt. Drei Zivilisten und zehn Soldaten starben, vier von ihnen durch Beschuß aus den eigenen Reihen.

Nach und nach berichten auch die großen Medien über israelische Kriegsgreuel. Im britischen Independent (21.1.2009) schildert Khaled Abed Rabbo, seine Familie sei am 7. Januar von der Besatzung eines israelischen Panzers zum Verlassen ihres Hauses im Flüchtlingslager Dschabalija aufgefordert worden. Als sie herausgekommen seien, hätten Soldaten auf sie gefeuert und dabei seine Töchter Amal (2) und Suad (7) getötet. Seine vierjährige Tochter Samer liege schwer verletzt im Krankenhaus. Laut Rabbo sei auch auf seine 60jährige Mutter geschossen worden, die beim Verlassen des Hauses noch mit ihrem weißen Kopftuch gewunken hatte. Die israelische Armee erklärte dem Independent, sie greife keine Zivilisten an, »nur Hamas-Terroristen und ihre Infrastruktur«.

Esther Saoub vom ARD-Hörfunkstudio Kairo berichtet über die Folgen des Einsatzes von Phosphorgranaten, die furchtbare Verbrennungen verursachen. Im Schifa-Krankenhaus in Gaza-Stadt sprach die Korrespondentin mit der verletzten Sabah Abu Halimeh. Deren Mann und vier ihrer Kinder sind tot, zwei Söhne wurden mit schweren Brandwunden nach Ägypten gebracht. »Meine Familie ist buchstäblich geschmolzen«, erinnert sich die Frau an den Beschuß ihres Hauses am 4. Januar. Chris Cobb-Smith, Militärexperte von Amnesty International, bestätigte dem ARD-Rundfunk: »Wir haben überall im Gazastreifen Nachweise für weißen Phosphor gefunden.« Der frühere britische Offizier geht davon aus, daß weißer Phospor in Gaza als »Antipersonenwaffe« eingesetzt wurde. »Es ist unmöglich, daß dies versehentlich geschehen ist. Die Granaten wurden bewußt auf dicht besiedelte Wohngebiete abgefeuert.«

Israels Außenministerin Zipi Livni drohte am Donnerstag mit weiteren Angriffen auf die Palästinenser in Gaza. So sollen weitere Tunnel an der Grenze zu Ägypten zerstört werden. Sie sind zur Zeit der einzige Weg, über den die Palästinenser versorgt werden. –>
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