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Gaza nach der Invasion: „Es ist herzzerreißend“

Januar 21, 2009

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon besuchte am Dienstag den Gazastreifen, um sich ein Bild vom Ausmaß der Zerstörung zu machen. Er sei entsetzt, sagte Moon: „Es ist herzzerreißend, es ist schockierend, mir fehlen die Worte.“

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon besuchte am Dienstag den Gazastreifen, um sich ein Bild vom Ausmaß der Zerstörung zu machen. Er sei entsetzt, sagte Moon: „Es ist herzzerreißend, es ist schockierend, mir fehlen die Worte.“

Ban forderte eine internationale Untersuchung über die getöteten Zivilisten. Nach Angaben der palästinensischen Gesundheitsbehörde sind bei den israelischen Angriffen mindestens 1415 Menschen getötet und mehr als 5500 verletzt worden. Mindestens die Hälfte aller Todesopfer seien Zivilisten. Das bestätigten auch die Mitarbeiter der Vereinten Nationen. Israelischen Medienberichten zufolge, bereitet sich die Regierung deshalb auf eine mögliche Klage wegen Kriegsverbrechen vor. Internationale Organisationen werfen Israel den illegalen Einsatz von Phosphorbomben und Angriffe auf UN-Einrichtungen vor.

Gründung eines palästinensischen Staates notwendig

Der Generalsekretär ehrte in seiner Rede auch die UN-Mitarbeiter, die trotz israelischer Angriffe in den vergangenen Wochen mit großem Mut ihre Aufgabe erfüllt haben. Den Bewohnern des Gazastreifens, die Freunde und Familienmitglieder verloren haben, übermittelte er seinen Respekt und seine Betroffenheit. Moon versicherte, dass die UN dringend benötigte humanitäre Hilfe leisten wird.

Die Sprecherin des UN-Generalsekretär, Arne Molfenter, sagte, dass ein wirkliches Ende der Gewalt und wahre Sicherheit für Israelis und Palästinenser nur durch eine umfassende Vereinbarung erreicht werden könne. „Diese muss auch die Gründung eines palästinensischen Staates umfassen, der friedlich – in Einklang mit den betreffenden Resolutionen des Sicherheitsrats – neben dem Staat Israel existieren muss.“

Arabische Liga beschließt Wiederaufbauhilfe für Gaza

Die Mitgliedstaaten der Arabischen Liga erklärten zum Abschluss eines zweitägigen Wirtschafts- und Sozialgipfels in Kuwait, dass sie die durch Israel zerstörten Häuser, Schulen und Regierungsgebäuden wieder aufbauen möchten. Alleine Saudi-Arabien stellte am Montag Aufbauhilfe in Höhe von einer Milliarde Dollar in Aussicht.

Die arabische Liga rief Israel zudem dazu auf, das Friedensangebot der arabischen Länder anzunehmen. Das Angebot, das 2002 in Beirut von allen Staaten der Liga akzeptiert worden war, bietet Israel die Aufnahme normaler Beziehungen zu den arabischen Staaten an, wenn sich Israel aus allen Gebieten zurückziehen sollte, die er im Sechs-Tage-Krieg von 1967 kriegerisch besetzt hat.

Internationale Nahost-Konferenz

Unterdessen bereite sich der französische Präsident Nicolas Sarkozy auf eine internationale Nahost-Konferenz zur Aushandlung eines dauerhaften Friedens in Paris vor. Im Mittelpunkt solle die Schaffung eines Palästinenserstaates stehen, heißt es laut „Figaro“.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier legte hingegen einen Fünf-Punkte-Plan vor, der das europäische Vorgehen nach Beginn der Waffenruhe in Gaza bündeln soll. Neben humanitärer Hilfe und Wiederaufbau sieht der Plan die Verhinderung des Schmuggels von Waffen und die Ausbildung und Beratung von Personal sowie die Beschaffung von Spezialausrüstung vor. Das Auswärtige Amt legte seine humanitäre Hilfe auf 13 Millionen Euro fest. (sa)


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