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Einheimische Bevölkerung fordert umfassende Lösung

Dezember 3, 2008

Laut der Studie der IHH (TR)-Stiftung für Humanitäre Hilfe in den östlichen und südöstlichen Städten Anatoliens fordert die Einheimische Bevölkerung eine umfassende Lösung für ihre Probleme.

Die Ergebnisse der Studie der IHH (TR)-Stiftung für Humanitäre Hilfe mit dem Titel „Armut und die soziale Lage im Ost- und Südostanatolien in der eigenen Sprache“ sind in der Pressekonferenz im Eresin-Hotel bekanntgegeben worden. An der Konferenz haben der Leiter der Studie Prof. Dr. Ferhat Kentel, die Soziologen Ali Bulac, Mustafa Sen und der Politiksoziologe M. Tevfik Göksu teilgenommen.

Bülent Yildirim, Vorsitzender der IHH (TR)-Stiftung für Humanitäre Hilfe sagte in seiner Erklärung, dass die Studie sich aus einer Umfrage mit 3 782, einem Treffen mit 341 und einer Gruppenarbeit mit 42 Personen im Ost- und Südostanatolien zusammensetze.

Yildirim sagte: „Unsere Arbeit enthält viele erschütternde Erkenntnisse. Vor allem haben wir herausgefunden, was die Meinung der Menschen ist, über denen wir reden. Unsere Definition eines Problems ist anders als ihre. Sie haben für die gesamte Bevölkerung wichtige Mitteilungen. Sie sagen, dass das Problem mehrfache Ursachen hat und schlagen vielfältige Lösungen vor.“

Ali Bulac sagte folgendes: „Wenn die Angelegenheit durch Wissenschaftler und Akademiker bedacht abgehandelt wird, müssen wir unsere Perspektive hinsichtlich des Südostens oder des Kurdenproblems ändern. Die Menschen in Südostanatolien und die die nach Westen abwandern, haben keine separatistischen Anforderungen. Im Gegenteil, sie integrieren sich.“

Der Politiksoziologe Tevfik Göksu sprach folgendermaßen: „In der Region ist ein ernsthaftes Vertretungsproblem vorhanden. Beinah 50% der Teilnehmer denken, dass sie von keinem vertreten werden. Politische Parteien betreiben durch die Stammesoberhaupte ihre Politik, anstelle sich gleich mit der Bevölkerung in Verbindung zu setzen.“

Prof. Dr. Ferhat Kentel sagte: „Keine Angelegenheit kann einseitig betrachtet werden. Die Kurdenproblematik kann keineswegs mit einem einzigen Begriff definiert werden. Wenn man sich der Sache nicht mit Herz und Seele hingibt, wird das Kurdenproblem nicht gelöst.“

Nach den Reden wurden die Ergebnisse der Umfrage durch eine Power Point Präsentation dargestellt.

Die Problematik darf nicht mit beschränkten Begriffen definiert werden

Studie der IHH (TR) zufolge ist die Bevölkerung der Meinung, dass es falsch sei das Problem nur einer Ursache zu zurechnen. Denn das Problem weise auf wirtschaftliche, ethnische, terroristische, demokratische, menschenrechtliche, gesellschaftliche und Bildungsbereiche hin.

Die Studie deutet darauf hin, dass das Problem nicht gelöst werden kann, falls keine umfassende Lösung angeboten wird. Im Bericht wurde darauf hingewiesen zu versuchen, die Problematik mit einigen beschränkten Begriffen zu definieren. Die negativen Folgen wurden wie folgt erläutert: „Wenn die Angelegenheit als ‚Kurdenproblem‘ bezeichnet wird, beinhaltet sie alle Kurden und stellt eine negative Lage dar; wenn sie als ‚Südostproblematik‘ bezeichnet, wird die Angelegenheit mit Südostanatolien begrenzt; wenn der Begriff ‚Terror‘ auftritt, werden alle anderen Bereiche des Problems außer Acht gelassen und die gesamte Problematik auf die Sicherheit und Ruhe in der Region beschränkt. Mit dem ‚Terror‘ können auch Erkenntnisse wie der ‚Separatismus und das Ziel fremder Feinde die Türkei zu teilen‘ einen ‚Gerechtigkeitssinn‘ darstellen. Aufgrund dessen sollten wir zu aller erst unseren Verstand von dem einengenden und begrenzenden Einfluss der Begriffe befreien.“

Die Probleme der Region sind ineinander geraten

Die Probleme der Region sind ineinander geraten, weshalb die Angelegenheit vielgründig betrachtet und verstanden werden muss. Denn es macht keinen Sinn, das Thema nur auf der ethnischen oder demokratischen Ebene abzuhandeln.

Im Folgenden die zusammengefassten Feststellungen und Lösungsvorschläge aus dem Bericht:

Das erste Problem der Bevölkerung ist die Arbeitslosigkeit

Die einheimische Bevölkerung sieht die Ursachen der Probleme zunächst in den wirtschaftlichen Faktoren. Unter diesen Faktoren kommt die Arbeitslosigkeit an erster Stelle. Gegen die wirtschaftliche Zurückgebliebenheit dieser Region müssen gründliche, nachhaltige und richtige Lösungen gefunden und soziale Entwicklungsprojekte eingesetzt werden. Zudem müssen die Visen- und Zollverhältnisse mit den Nachbarstaaten vereinfacht und der Grenzhandel verbessert werden.

Das zweite Problem stellt die Identifikation dar

Für die Bevölkerung der Region stellt die Definition „Kurdenproblem“ die zweite Problematik dar. Jedoch wird das Kurdenproblem als „Anerkennung der kurdischen Identität“ und „Anerkennung der kurdischen Sprache“ definiert. Währenddessen wird als Staatspolitik insbesondere die innerländliche Sicherheit betont.

Unter der Bedingung, dass das Türkisch als die offizielle Sprache bleibt, sollten Bildungsmöglichkeiten für kurdische oder andere Sprachgruppen angeboten werden. Außerdem kann Kurdisch als Wahlfach unterrichtet werden. Als ein Fortschritt kann in einer der Universitäten ein Institut für kurdische Studien errichtet werden. Im TV-Sender TRT sollten Übertragungen auf kurdisch erfolgen und Privatsender erlaubt werden.

Der Terror darf kein Hindernis für die Demokratisierung darstellen

Man muss die Gründe des Terrors gründlich untersuchen, nachhaltige Lösungen entwickeln und sie umsetzen und die soziologischen Elemente des Problems festsetzen. Alle, die sich auf den Bergen befinden aber keinen Mord begangen haben, sollten erlassen werden.

Die Existenz der PKK im Südosten führt dazu, dass sich das Land auf eine sicherheitsbeschränkte Politik konzentriert wodurch ein langfristiges Hindernis gegen die Demokratisierung des Landes zustande kommt.

Die steife und modernisierende Ansicht eines Nationalstaates muss durch ein Modell ersetzt werden, das einheitlich, jedoch flexibler, konstruktiv und lokal ist und dem Menschen Wichtigkeit schenkt.

Von der vereinigenden Stellung der Religion muss profitiert werden

Innerhalb der Bevölkerung muss von der gerechten und vereinigenden Kraft der Religion Nutzen gezogen werden; die Brüderschaft und Zusammenarbeit muss verstärkt werden; es muss veranschaulicht werden, dass die Einheit und Gemeinschaft ohne Teilung und Zerfall besser und nützlicher sind. Dies sollte als eine Bildungspolitik betrachtet werden.

Der Staat muss frei von Vorurteilen sein

Laut der Bevölkerung der Region ist ein weiteres Problem die Frage der „Demokratisierung“. Der Staat hat das Vorurteil, die Kurden als ein Problem zu sehen. Dieses Vorurteil muss abgeschafft werden. Mit einigen schönen Beispielen hat man die Erfahrung gemacht, was alles erreicht werden kann, wenn die Vorurteile beseitigt werden. Der dargelegte Ansatz von Gaffar Okkan hat bewiesen, dass es in der Region ein demokratisches und Rechtsproblem vorhanden ist, aber die Probleme gelöst werden können, wenn man sich dafür einsetzt.

Die Menschenrechte müssen beachtet werden

Die Menschenrechte müssen beachtet werden. Allerlei ethnischen und regionalen Diskriminierung muss ein Ende gesetzt werden. Gewalt, Folterei, Rechtsverstöße und Sonderregelungen müssen abgeschafft und nicht identifizierte Straftäter aufgeklärt werden.

Bildung

Eines der wichtigsten Probleme der Region ist die Bildung. Die Einschulungsrate in der Region muss zunehmen und die Verkehrsmöglichkeiten zur Schulen verbessert werden.

Die Bildung muss mit einem Inhalt, der zum gesellschaftlichen Erfolg verhelfen kann, in alle Schichten der Bevölkerung verbreitet werden. In diesem Zusammenhang muss die Besonderheit der religiösen Bildung zu vereinigen beachtet werden.

Die Öffentlichkeit muss aufhören, die Ereignisse zu übertreiben

Man muss sich von Handlungen fernhalten, die zwischen den Türken und Kurden zur tiefgründigen und nachhaltigen Feindseligkeiten führen können. Zudem muss der Druck auf Medien zunehmen, deren Veröffentlichungen aufheizen. Zum Beispiel sollten aus unterschiedlichen ethnischen Gruppen Verfolgungs-Komitees zur Medienmonitoring

Zwischen dem Süd- und Südostanatolien, das einige Medienunternehmen darstellen und dem eigentlichen Süd- und Südostanatolien kann es sehr große Unterschiede geben. Die Tatsache, dass eine Handlung, die durch 50 Personen umgesetzt wurde, dargestellt wird, als sei sie in der gesamten Region durchgeführt worden, bewirkt tiefgründige und erschütternde Auswirkungen im Bezug auf den Anblick der Bevölkerung in dieser Region.


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