Skip to content

Globale Hungersnot oder Globale Habgier?

Juli 14, 2008

Battal Doğan
Die Menschen leben unter dem Risiko der Hungersnot, nicht weil es unzureichende Nahrung auf der Erde gibt, sondern weil sie keine Kaufkraft haben und arm sind. Es wird ein guter Anhaltspunkt sein, die Gründe und Verursacher dieser Ungerechtigkeit und ungleichmäßiger Nahrungsverteilung zu kennen, um das Problem Hungersnot zu lösen.

Wenn Ihr das Erdöl kontrolliert, kontrolliert ihr die Nationen, wenn ihr die Nahrung kontrolliert, kontrolliert ihr die Menschen. Henry Kissinger

Mathematisch gesehen wird für alle auf der Erde ausreichende Nahrung produziert. Mit der Entwicklung der Landwirtschaft durch Mechanisierung, wissenschaftliche Forschungen zur Erhöhung der Produktivität und Verbreitung der Wasserlandwirtschaft, ist es zu einer Nahrungsproduktion und Reichlichkeit gekommen wie noch nie in der Geschichte der Menschheit. Wenn man betrachtet, dass die Nahrungsmenge pro Kopf 2,5 kg beträgt, müssten sich die Menschen eigentlich gesund ernähren, ja sogar unter übergewicht leiden. Aber die Wahrheit und aktuelle Lage ist genau das Gegenteil. Die Zahl unterernährter Menschen beträgt 888 280 854, während die Zahl derer, die täglich an Hunger sterben 17 330 betragen. Und die Zahl der Menschen, die dieses Jahr an den Folgen der Hungersnot gestorben sind, beträgt insgesamt 4 178 911. Andererseits beklagen sich heutzutage 1 122 995 850 Menschen darüber, übergewichtig zu sein und die Zahl der Menschen, die an Obesität erkrankt sind, liegt bei 334 810 467. Im Endeffekt, leben die Menschen unter dem Risiko, Hungersnot ausgesetzt zu werden weil sie keine Kaufkraft und kein Geld haben, das heißt, weil sie arm sind, führen sie ihr leben unter dem Risiko, Hungersnot ausgesetzt zu werden, fort. Während einige Menschen Verhungern, erkranken andere an Fettleibigkeit. Unter diesen Umständen wäre es ein guter Anhaltspunkt, die Gründe dieser Ungerechtigkeit, Ungleichheit und ungleichmäßiger Nahrungsverteilung zu erforschen, um das Hunger-Problem lösen zu können.

Kriege und Naturkatastrophe sind die hauptsächlichen Gründe für die Hungersnot. In diesem Bericht aber werden die Ursachen der globalen Erhöhung der Lebensmittelpreise behandelt. In diesem Zusammenhang ist es möglich, die Ursachen der Hungersnot in zwei Gruppen zu unterteilen. Der Hauptunterschied der beiden Gruppen besteht darin, dass die Gründe in der ersten Gruppe regionale Auswirkungen haben, während die letztere globale Auswirkungen zeigt.

Die Preiserhöhungen in den landwirtschaflichen Produkten begonnen 2006 und sind im Jahre 2008 zu astronomischen Werten gelangt. Der Exportpreis für den amerikanischen Reis kostete im Januar 2008 365$ pro Tonne. Im März hat sich der Preis dagegen auf 440$ pro Tonne erhöht. Thailändischer Reis kostete im Januar 365$ Tonne im März 562$/Tonne. In den letzten 36 Monaten ist der Preis für den Reis um 181% gestigen, die Preiserhöhung für alle Lebensmittel liegt bei 83%. Diese globale astronomische Preiserhöhungen haben die Menschen mitgenommen. Diejenigen, die drei Mahlzeiten am Tag zu sich nahmen, mussten sich nur mit zwei zufrieden geben, diejenigen die zwei hatten, mussten eine zu sich nehmen und diejenigen die nur eine hatten wurden zum Hunger verurteilt.

Von diesen zu erwartenden Preiserhöhungen sind am meisten die Entwicklungsländer und die Länder der südlichen Halbkugel betroffen. Die andere Gemeinsamkeit dieser Länder ist, dass sie entweder nah zu Equatorlinie sind oder südlich der Equatorlinie liegen. Mit anderen Worten sind diese Länder jene, die begrenzte Agrarländer besitzen, keine ausreichende natürliche Wasserquellen haben und überbevölkert sind. Länder wie Indonesien, China, Äqypten, Peru, Jemen, Tunesien, Haiti, Bolivien, Indien, Kamarun, Seryal, Montenja und Bangladesch haben mindestens eine von diesen Eigenschaften. Wenn man die Welthungersnotkarte betrachtet, ist nicht zu übersehen, dass diese Länder bis zu dieser Phase einen erfolgreichen Kampf gegen die Hungersnot absolviert haben. Aber die letzten Preiserhöhungen haben die Mittelklasse in diesen Ländern negativ beeinflusst und zur Hungersgrenze getrieben. Es was auch die Mittelsicht, die die Demonstrationen organisiert hat und diejenigen die noch tiefer in die Hungernot fielen, haben die Situation nur aus der ferne beobachtet. Die Verbraucher in den Industrieländern, die davon betroffen sind, haben in den Supermärkten an die Lippen gebissen und die Poster von haitischen Kindern in ihre Küche aufgehängt. Wer sind die Akteure und Faktoren von dieser neuen Globalen Hungersnotphase?

1. Übergang zu Biosprit in den USA und in Europa
Biosprit ist ein allgemeiner Begriff und umfasst alle Kraftstoffarten, die aus organischen Stoffen gewonnen werden. Die weitverbreitetesten Arten sind Bio-Ethanol und Bio-Diesel. Bio Ethanol wird aus Produkten wie Weizen und Zuckerrüben gewonnen. Die Meisten Autos der neuen Generation können ohne technische Veränderungen am Motor, mit Benzin mit 10% Ethanol Mischung funktionieren. In den letzten Jahren sind sogar Autos produziert worden, die nur mit Ethanol fahren. Bio Diesel wird meistens aus Soja, Datteln und Sonnenblumenöl gewonnen. Dieselwagen brauchen dafür keine technischen Veränderungen. Bio-Kraftstoffe werden als Alternative zu den hohen Spritpreisen gesehen und sind in den USA und Europa in den letzten Jahren riesige Sektoren geworden. Während Ende 2006 116 Ethanol-Raffinerien in den USA mit 100% Kapazität produzierten, waren 73 Raffinerien in der Aufbauphase. 2007 hatten die USA 6,5 Milliarden Varil Ethanol produziert und haben vor dies in 2008 auf 9 Milliarden zu erhöhen. Die Bush-Regierung hat vorab versichert, die Maisbauer zu unterstützen und zu fördern.

Die zuvor für Weizen vorgesehenen Agrarländer wurden für Maisbau reserviert, weil dieser durch die Beförderungspolitik mehr Gewinn bringt. Auf den Weltweizen- und Maismärkten kam es deshalb zu Preisanstiegen. In Europa wurden 2005, 890 Mio. Gallone Bio-Diesel produziert, dies bildet 80% des Anteils in der Weltweiten Produktion. Infolge dessen leben wir in einem Jahrhundert, in dem einige Ihre Benzintanks und andere ihre Mägen zu füllen versuchen.
Tarayıcınız bu resmin gösterilmesini desteklemiyor olabilir.

2. Die ökonomischen Politiken der Weltbank und der Internationalen Geldfonds (IMF) für die Entwicklungsländer.

Es ist eine Tatsache, dass die Weltbank und IMF für die Entwicklungsländer bedingte strukturelle Harmonisierungs- und Investitionskredite sicherten.

Die wichtigste dieser Bedingungen ist, dass diese Länder die Zollgebühren abschaffen, damit ausländische bzw. internationale Kapitale und Waren ungehindert importiert werden. Die andere Bedingung ist, dass der Staat sich von der Privatisierung aller Branchen zurückzieht. Die Dritte-Welt-Länder, die durch Akzeptanz dieser Bedingungen die Kredite bekamen, konnten die strukturelle Harmonisierung und Entwicklung nicht verwirklichen. Um die Kreditschulden bezahlen zu können, sind sie auf Exportlandwirtschaft umgestiegen. Anstelle von Weizen und Mais gewannen Kaffee und Watte an Bedeutung. Viele Länder, die von dieser globalen Erhöhung der Lebensmittelpreise betroffen sind, haben entweder den Export dieser Güter eingeschränkt oder ganz verboten, um das Problem zu lösen. Zum Beispiel hat China den Export von Reis und Mais, Indien den Export von Milchpulver verboten. Äthiopien hat den Export von Reis und Mais verboten und auch von vielen Hauptnahrungsmitteln. Marokko musste die Zollgebühren an Reis von 130% auf 2,5% reduzieren. Als die kritisierte und weit verbreitete Meinung für die ökonomische Politik der Internationalen Geldfonds und der Weltbank für die Entwicklungsländer gilt: „von ihnen angebotene Medizin ist schlimmer als die Krankheit.“

Wie ist die Lebensmittelkrise zu behandeln?

Zunächst müssten die Regierungen der Entwicklungsländer soziale Schutz- und Hilfsprogramme für die Bedürftigen verbreiten. Den Bedürftigen, die von diesen Preiserhöhungen direkt betroffen sind, sollte schnelle Nahrungshilfe werden zukommen lassen. Zweitens sollten die Industrieländer die Biokraftstoff-Produktion einstellen, die den Weltnahrungsmittelmarkt durcheinander bringt. Drittens sollten die Internationalen Geldfonds und die Weltbank die Schulden der Entwicklungsländer ohne Bedingungen streichen. Und als letzteres sollten die Entwicklungsländer landwirtschaftlich orientierte langfristige Aufbaupolitiken entwickeln.

One Comment leave one →
  1. annina oliveri permalink
    Juli 20, 2010 10:07 am

    Die in diesem Artikel vermerkten Fakten sind sehr interessant. Leider kann man sie nicht gebrauchen da weder Quellen noch Autor (d.h. Verfasser) angeben werden. Schade.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: