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Die unmessbaren finanziellen und moralischen Verluste in fünf Jahren

Mai 13, 2008

Von: Ahmet Emin Dağ

Die irakische Besatzung hat das fünfte Jahr vollendet. Der Irak ist jetzt von Diskussionen über Legalismus in der gesetzlichen Ebene vollkommen entfernt und stattdessen mit politischen und strategischen Themen überlastet. Die finanziellen und moralischen Verluste, die die Besatzung verursacht hat, sind unmessbar geworden.

2.5 Mio. Menschen mussten ihre Heimat verlassen. Der Irak hat nicht nur einen wichtigen Bevölkerungsverlust erlitten, sondern auch mit dem Tod von über 400 Akademikern hat er auch einen wichtigen Teil des intellektuellen Reichtums verloren. Zudem wurde mit dem Absturz der Gesundheitsinfrastruktur ein Großteil des Menschenreichtums verloren.

„Chaos“

Die Lage im Irak könnte bestimmt mit dem Wort Chaos am besten beschrieben werden. Dass vor fünf Jahren die Saddam-Regierung abstürzte und keine stabile Regierung gegründet werden konnte und dass die Akteuren im Lande untereinander Machtkämpfe ausübten und die binnenländische Sicherheit verschlechtert wurde, ist auf die Besatzung zurückzuführen.

Die irakische Besatzung hat das fünfte Jahr vollendet. Der Irak ist jetzt von juristischen Diskussionen über Legalismus in der gesetzlichen Ebene vollkommen entfernt und stattdessen mit politischen und strategischen Themen überlastet. Die finanziellen und moralischen Verluste, die die Besatzung verursachte, sind unmessbar geworden. Während die Besatzung des Irak und die Tötung von tausenden Menschen kein Gesprächsthema mehr sind, haben die Vorbereitungen für die Besatzung des Iran über den Irak, der jetzt mit der Teilung des Landes konfrontiert ist, längst angefangen. Die amerikanischen Stützpunkte zeigen, dass sich die Besatzungsregierung im Gebiet zu verstärken versucht und sich auf die Zeit nach der Besatzung stark konzentriert.

Politischer Anblick

Der Osten des Flusses Tigris, der Bagdad teilt, steht unter sunnitischer und der Westen unter schiitischer Kontrolle. Während im Norden, in dem die kurdische Bevölkerung lebt, eine unabhängige Struktur vorhanden ist, ist im Süden, in Basra, wo die schiitische Bevölkerung überwiegt, eine andere politische Struktur vorhanden.

Doch in den vergangenen fünf Jahren haben die Begriffe Sunniten, Schiiten, Kurde, Turkmene und Araber ihre Bedeutung verloren und die regionalen Auseinandersetzungen in örtliche Ausläufer verwandelt. Während die Turkmenen in schiitischen und sunnitischen Blöcken politisch getrennt wurden, trennten sich die Kurden in der islamistischen Welle. Die schiitischen Parteien gruppierten sich in der laizistisch-islamistischer Strömung.

In einer Zeit, in der jeder die Auseinandersetzungen zwischen den Schiiten und Sunniten bespricht, vertiefen sich die Zusammenstöße zwischen den Schiiten und Sunniten untereinander. Am Ende der letzten fünf Jahre teilten sich die Schiiten untereinander in verschiedene Gruppen auf. Auch unter Sunniten ist ähnliches zu beobachten. Der Anblick, dass sich keiner gegenseitig vertraut, aber doch auf eine Weise eine Bündnisbeziehung mit den Gegnern hergestellt wird, zeigt die politisch chaotische Lage im Irak. Zudem kam die Erlaubnis von Amerika, dass die Sunniten, unter der Bedingung „Die al-Kaida in ihren Gebieten auszulöschen“, bewaffnet werden können. Währen die bewaffneten sunnitischen Gebiete einerseits die al-Kaida für Amerika auslöschten, sind sie auch gegen die schiitischen Einheiten ein wichtiges Gleichgewichtsmerkmal geworden.

Die wirtschaftliche Lage

In den fünf Jahren nach der Besatzung wurde das Land Irak von Grund zerstört. In einem ölreichen Land, indem die Ölpreise innerhalb von fünf Jahren um 2000 % gestiegen sind, warten die Menschen stundenlang kilometerlange Schlangen, um Öl zu bekommen. Eigentlich fing in Irak der Rückgang in den Jahren 1991-2003, mit dem Embargo an. Jedoch war die Besatzung, der gravierende tödliche Schlag.

Als zu Beginn des Embargos im Jahre 1991 der Dollar, 3,3 Irakische-Dinar wert war, verlor er während der Zeit das Tausendfache an Wert und ging somit bis auf 3.000 Dinar zurück. Es ist eigentlich relativ, dass zurzeit der Dinar zwischen den Parametern 1.500-2.000 liegt.

Neben der politischen Machtlosigkeit, zeigt die andauernde Ölkrise in einem ölreichem Land, dass die wirtschaftliche Situation nicht wie gewünscht verläuft. Die Wirtschaft lässt sich ganz und gar durch die Finanzierung des Krieges, die Reformen und die Bedürfnisdeckung der amerikanischen Besatzungskräfte umstrukturieren. Während vor dem Krieg die tägliche Ölproduktion ungefähr zwei Millionen Barrel betrug, ist dies zurzeit im Bereich von 500 Barrel.

Neben dem durch das niedrige Einkommensniveau verursachte Armut, und auch die Korruption zerstören das Vertrauensverhältnis zwischen der Bevölkerung und dem Staat. Regionale Quellen bestätigen, dass in Irak 24 Stunden lang das Öl fließt, jedoch Milliarden von Dollar wertes gestohlenes Öl niemals registriert wird.

Offiziell ist die Arbeitslosigkeit um 30%, laut unabhängigen Angaben beträgt diese jedoch ungefähr 50 %. Trotz diesem wirtschaftlichen Zerfall ist der Grund für die nicht bestehende Armutskrise, die nicht zu hohen Nahrungsmittelpreise und die Nahrungsmittelhilfen von außerhalb. Im Land wird kaum investiert und die Produktion ist zurückgegangen. So wird die Hauptstadt Bagdat täglich nur sechs Stunden mit Strom versorgt.

Frauen und Kinder müssen dafür zahlen

Irak hat nicht nur auf Grund der Flucht 2,5 Millionen Menschen, also einen bedeutenden Teil seiner Bevölkerung verloren, sondern auch mit über 400 Akademikertod den größten Teil der intellektuellen Schicht. Und mit dem Zerfall der Infrastruktur des Gesundheitswesens verlor er einen wichtigen Teil seines Reichtums.

Ohne Zweifel sind die Kinder die Opfer dieser Besatzung. Für sie bedeutet das fünfte Jahr der Besatzung Iraks, nicht die Freude über die Rettung von der tyrannischen Herrschaft Saddams, sondern 1,5 Millionen Flüchtlinge, sowie, dass 33 % der Bevölkerung auf Bildung verzichten musste.

Als durch Besatzung die Zahl der Waisen fünf Millionen erreicht, steigt die Zahl der Witwen auf eine Million. Während im Lande ein starker Zuwachs der Todesfälle und Selbstmorde von Frauen zu beobachten ist, wird durch den bestehenden Chaos und die fehlende Autorität, unter dem Namen „Ehrenmorde“, ein starker Anstieg der Familienkatastrophen festgestellt. Kurz gefasst, hat der bestehende soziale Niedergang eine Katastrophe und Labilität hervorgebracht, die der Irak in den nächsten 50 Jahren nicht leicht wieder gut machen kann.

Die Situation an der amerikanischen Seite

Zwei Monate vor Kriegsbeginn sagte einer der Kriegsbefürworter, Donald Rumsfeld, in seiner Erklärung voraus, dass die Rechnung des Krieges für die amerikanische Wirtschaft 50 Milliarden kosten werde, Dick Cheney hingegen versuchte durch Bezirksbesuche die Öffentlichkeit dadurch zu überzeugen, dass ein so einfacher Aufwand durch das Öleinkommen entschädigt werden könne. In Bezug auf den Verlust Amerikas wurden zahlreiche Analysen durchgeführt. Jedoch war der bedeutendste unter diesen, die persönliche Rede des Nobelpreisträgers und Wirtschaftwissenschaftlers, Joseph E. Stiglitz, vor dem amerikanischen Kongress. Laut Stinglitz liegt der direkte und indirekte Verlust Amerikas durch die Besatzung Iraks zwischen 3 und 5 Trillionen Dollar. Auch sind die Staatsschulden, die im Jahre der Machtübernahme von Bush 5,7 Trillionen Dollar waren, heute durch die Wirkung des Irakkrieges auf 9,1 Trillionen Dollar gestiegen. Die Zahl der amerikanischen Soldaten, die während des Krieges umgekommen sind, liegt über 4 Tausend, die Zahl der Verwundeten hingegen ist mindestens das 10-Fache.

Vielleicht ist es zurzeit nicht möglich, die materiellen Verluste des Irak aufzustellen, aber aus Sicht von Amerika ist die Rechnung der Besatzer nicht sehr niedrig.

Das fünfte Jahr des Irak in Fakten:

Zahl der getöteten Zivilisten: 1.000.000

Zahl der körperlich Behinderten: 200.000

Zahl der Flüchtlinge: 4.500.000 (davon 2.000.000 Flüchtlinge innerhalb des Landes)

Zahl der Waisenkinder: 5.000.000

Zahl der Armen: 12.000.000

Möglichkeit der sauberen Wasserversorgung: 35 %

Haushalte ohne Grundsicherung: 75 %

Zahl der Unterernährten: 6.200.000

Zahl der dringend Hilfebedürftigen: 8.000.000

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  1. Juni 22, 2008 11:16 am

    Vorsicht Leute, Betrung ! Finger weg von Handyverträgen mit Mobilcom ! Die fügen im kleingedruckten einen zusätzlichen Dowload-Dienst, der Sie 9.99 euro extra kostet. und drohen mit Schufa-negativmeldung wenn die nicht zahlt ! Vorsicht ! allarm ! Handyfalle der mobilcom

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