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Terre des Femmes kämpft gemeinsam mit Firmen gegen häusliche Gewalt. Problem der ganzen Gesellschaft

November 28, 2007

Häusliche GewaltAlltägliche Gewalt

(dpa) Im Kampf gegen häusliche Gewalt setzt Terre des Femmes künftig auf die Unterstützung von Unternehmen. Mit dem Projekt «Business gegen häusliche Gewalt» nach angelsächsischem Vorbild will die deutsche Frauenrechtsorganisation von diesem Sonntag an, dem Internationalen Tag «NEIN zu Gewalt gegen Frauen», auf Betriebe zugehen. «US-Studien haben gezeigt, dass in den USA 25 Prozent der Arbeitsausfälle bei Frauen auf häusliche Gewalt zurückzuführen sind», sagte Serap Altinisik, Referentin für häusliche Gewalt bei Terre des Femmes, der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Daher sollte eine Beteiligung für Unternehmen in jedem Fall von Interesse sein. Diese könnten zum Beispiel Broschüren zu dem Thema am Arbeitsplatz zugänglich machen, Schulungen gegen häusliche Gewalt anbieten oder ein Sponsoring von Frauenhäusern übernehmen.

Gewalt sei noch immer an der Tagesordnung, warnte Altinisik. 300 Frauen sterben der Expertin zufolge jährlich in Deutschland durch «die Hand» des Partners oder Ex-Partners. Das Hauptproblem sei, dass das Thema zu wenig öffentlich wahrgenommen werde. «Häusliche Gewalt ist die am stärksten ignorierte Gewaltform in der Gesellschaft», kritisierte Altinisik. In der Regel gelangten nur die krassen Fälle wie «Ehrenmord» in die Öffentlichkeit. Die «alltägliche Gewalt» wie gebrochene Beine und Arme oder blaue Flecken seien erstens nicht medienwirksam genug und erhielten zweitens vom Umfeld den «Stempel Privatsache».

Im Kampf gegen häusliche Gewalt baut Terre des Femmes auch auf eine stärkere Mithilfe des Staates. «Alle Kampagnen, Opfer zum Gang in Frauenhäuser zu ermutigen, nützen nichts, wenn sie dann vor verschlossenen Türen stehen, weil ständig Mittel gekürzt werden», kritisiert Altinisik. Außerdem bemängelte sie, die Regierung habe schon 1999 in einem Aktionsplan eine 24-Stunden-Hotline für die Betroffenen einrichten wollen, dies aber bis heute nicht getan.

Altinisik verwies auf eine Studie des Familienministeriums, nach der von häuslicher Gewalt Frauen jedes Alters und jeder sozialen Schicht betroffen seien. Besonders gefährdet seien jedoch Migrantinnen. Dabei werde vielfach vergessen, dass die Frauen nicht die einzigen Opfer der Taten blieben. Auch ihre Kinder erlitten häufig Traumata. Zudem ergebe sich ein enormer volkswirtschaftlicher Schaden: Nach einer Erhebung des niedersächsischen Sozialministeriums verursache häusliche Gewalt hierzulande jährlich Kosten von 14,8 Milliarden Euro, die zum Beispiel für Polizeieinsätze, Krankheitsausfälle und Gerichtskosten aufgewendet werden müssten.

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