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Minister mit ausländischen Wurzeln – Merkel und Sarkozy: Auch Migranten müssen sich anstrengen

November 14, 2007

merkel(dpa) Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Präsident Nicolas Sarkozy verlangen von den in Deutschland und Frankreich lebenden Ausländern stärkere Anstrengungen zur Integration. Bei einer Diskussion mit Schülern vor dem deutsch-französischen Ministerrat vertrat Merkel am Montag in Berlin die Ansicht, dass das Erlernen der Sprache des Landes der Schlüssel zur Integration sei. «Wir müssen an dieser Stelle hart sein.» Sie forderte die Eltern mit ausländischer Herkunft auf, auch dafür zu sorgen, dass ihre Kinder sich um das Erlernen der Sprache kümmern. Es sei nicht allein Aufgabe des Staates, den Spracherwerb der Kinder zu gewährleisten. Sarkozy schlug in diesem Zusammenhang noch deutlichere Töne an. Er forderte die Kinder auf, selbst um ihre Integration zu kämpfen. «Ausländer haben nicht nur die gleichen Rechte, sondern auch gleiche Pflichten.» «Man kann sich nicht an einem Ort integrieren, den man nicht achtet», sagte Sarkozy.

Der halbjährlich tagende Ministerrat beschäftigte sich diesmal erstmalig mit einem Schwerpunktthema: der Integration von Ausländern in Deutschland und in Frankreich. Nach dem Treffen kündigte Merkel an, beide Regierungen wollten die Zusammenarbeit in den nächsten Monaten verstärken. Es soll eine Arbeitsgruppe von jeweiligen Außen-, Innen- und Justizministern gebildet werden, um in der EU eine eigenständige deutsch-französische Position zu dem Thema zur Geltung zu bringen. Merkel betonte, dass dies auch im Hinblick auf die Vorschläge über eine Lockerung des Zuwanderungsrechtes durch EU- Innenkommissar Franco Frattini geschehe.

Merkel räumte ein, dass auch ihre Partei bislang keinen türkischstämmigen Bundestagsabgeordneten in ihren Reihen habe. Es sei aber an der Zeit, dass dies geändert werden müsse, schon mit Hinblick darauf, dass es auch einmal einen Bundesminister oder Staatssekretär mit ausländischen Wurzeln geben müsse. Nach dem Besuch von Merkel und Sarkozy in der Schule war es laut Polizei zu einem «kleinen Vorfall» gekommen. Ein laut schreiender Mann war laut Polizei vorsorglich abgedrängt und festgenommen worden, damit nichts schlimmeres passiert.

Während Agrarminister Horst Seehofer (CSU) und sein französischer Kollege Michel Barnier in einer Berliner Grundschule in der großen Pause Äpfel und Birnen verteilten, setzten Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und sein Kollege Bernard Kouchner ein musikalisches Zeichen für Integration. Beide nahmen in einem Berliner Tonstudio ein Lied auf und wurden dabei von deutsch-türkischen Nachwuchssängern unterstützt. «Wir wollen zeigen, dass wir vom Reichtum der Kulturen profitieren», sagte Steinmeier.

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