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Meine Existenz widme ich 1915!

Oktober 25, 2007

Hakan albayrak 1915 armenische tragoedieÜbersetzt von Serpil Güngördü für Weltbulletin.de

Hakan Albayrak
Egal wie groß die Tragödie von 1915 auch sei, ist es krankhaft, dass die armenische Diaphora sich an diese Tragödie festklammert. Seit 90 Jahren sprechen sie von „Völkermord“ und nichts anderem.  Ihre Politik, Literatur, Musik, Kunst und Filme, alles baut sich auf das „Völkermord“. Sie schlafen und wachen auf mit „Völkermord“. Sie erziehen ihre Kinder mit der „Völkermord“-Ideologie. Ihre Kaufmänner, Händler und Geschäftsmänner opfern sich für die „Völkermord“-Ideologie auf. Von Frankreich bis Argentinien, beinahe überall, versuchen sie bei jeder Gelegenheit das Thema „Völkermord“ auf die Tagesordnung zu bringen. Sie opfern den Grund ihrer armenischen Existenz für die Ideologie des „Völkermordes“, als ob sie beinahe gestehen würden „als Volk haben wir nichts anderes als den Völkermord“. Es sieht so aus, dass sie bereit wären für die 90 Jahre Arbeit um die Beweisführung ihrer Behauptung noch weitere 90 Jahre dranzuhängen. Falls erforderlich, scheint es, sogar 900 Jahre für diese Ideologie Preis zu geben. Statt aus ihrer Asche sich nochmal neu zu schöpfen, tun sie sich eigentlich Unrecht an, da sie in der Tiefe der Geschichte lieber als das gelittene Volk in Erinnerungen bleiben möchten. Hrant Dink machte große Aufruhr zu dieser Problematik und rief laut „hört auf, euch mit den Türken auseinanderzusetzen, lasst uns lieber für das Wohl Armeniens arbeiten“, doch vergeblich…


Die These, dass die im Jahre 1915 entstandene furchtbare Katastrophe um die Armenier wegen der furchtbaren Katastrophe um die Türken entstanden ist,  ist äußerst albern, ohne vorher über die armenischen Partisanenbanden zu sprechen, die Türken wie auch Kurden Schaden zugefügt haben. All das beiseite, auch wenn wir annehmen, dass die Thematik von 1915  sich um die Armenier dreht, bleibt unverständlich, warum das armenische Volk unbedingt drauf besteht, ihre ganze Existenz der traurigen Erinnerung von 1915 zu widmen. Es ist nicht einmal möglich, wenn wir uns an ihre Stelle versetzen und „Empathie“ ausüben.

Hätten die islamischen Völker und muslimische Kreise gewusst, wie man solche Tragödien bewältigt, wäre die Welt schon längst zum Halt gekommen!

Die Kreuzritter haben in Sizilien und in Andalusien unsere Vorfahren vernichtet und in Anatolien und Syrien weitere Versuche durchgenommen. Welche grausamen Vernichtungen die Russen an den Turkstämmen (insbesondere den Tataren), an den Tscherkessen und an anderen kaukasischen Muslimen ausgeübt haben, hat keinen Anfang und kein Ende. Gewusst seien auch die Völkermorde an die Muslime der Franzosen in Algerien, der Chinesen in Ostturkmenistan, der Juden in Palästina, der Armenier in Anatolien, Armenien und in Aserbeidschan, der Serben in Bosnien Herzegowina und Kosovo. Nicht zu vergessen seien auch die ‚indirekten‘ Unterstützungen des Westens an die Juden, Armenier und Serben…Muslimische Völker wurden ständig vernichtet. Und – was sollen wir jetzt machen? Sollen wir unser Leben verbringen, in dem wir von morgens bis abends Trauerlieder singen? Oder sollen wir die Zeit stoppen? Soll sich jedes islamische Volk nun deswegen an einem Punkt der Geschichte festklammern und ab da nicht mehr weitermachen? Sollen die Marokkaner nun jetzt heulen und sagen „wir setzen keinen Schritt mehr nach vorn, bevor das Völkermord von Andalusien nicht geklärt ist!“? Sollen nun die Algerier  behaupten, dass sie keinen weiteren Sinn mehr für ihre Existenz sehen, da die Rache der zwei Millionen Algerier, die bis 1960 getötet wurden, nicht genommen wurde?  Sollen die Aserbeidschaner nun einen Quatsch von sich äußern „Mit den Armeniern, die 1912 in Hocali Völker vernichtet haben, und den Russen, die sie unterstützt haben, mit den Europäern und Amerikanern werden wir bis zum Weltuntergang nicht mehr sprechen. Auch für hohe Gewinne Aserbeidschans werden wir uns mit den Feinden nicht einigen!“ Wo gibt’s denn sowas?

Komm und sieh jedoch, dass die armenische Diaphora und die Regierung in Jerewan, die unter ihrer Führung ist, trotzdem sagen „Obwohl das Wohl Armeniens gesunde Beziehungen zu Aserbeidschan und der Türkei voraussetzt, bestehen wir weiterhin darauf, uns mit Aserbeidschan und der Türkei auseinanderzusetzen“. Auch wenn sie es nicht wörtlich sagen, deuten sie darauf, es zu meinen.


Während ich all das behaupte, lasse ich das Grad des Entsetzens von dem Alptraumjahr 1915   natürlich nicht außer Acht.

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