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Einwandererkinder sollen bessere Bildungschancen bekommen

Oktober 19, 2007

Angelika_merkel2_05Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht sich für die Förderung von Migranten aus

Auf einem internationalen Symposium „Integration durch Bildung im 21. Jahrhundert“ in Berlin plädierte Kanzlerin Merkel für die Förderung von Migrantenkindern. Die Abhängigkeit von guter Bildung und sozialer Herkunft solle dringend durchbrochen werden.

Sie verlangte von der Bundesregierung bessere Bildungschancen für Zuwanderer und Kinder aus bildungsfernen Familien. „Alle Kinder müssen die gleichen Chancen auf Bildung, Schule, Hochschule und Beruf haben“, so Merkel.

Große Bedeutung gab sie auch dem Erlernen der Sprache bei: „Fast die Hälfte der Erstklässler sind Einwandererkinder. Daher ist das Deutschlernen vor der Einschulung enorm wichtig. Jeder junge Mensch, der in die Schule kommt, muss natürlich den Lehrer verstehen.“

Zudem stellte die Bundeskanzlerin fest, dass von rund 15 Millionen Migranten die Hälfte die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt und ca. 66 000 Migranten sich selbständig gemacht hätten. Dies wäre für die Wirtschaft ein großer Gewinn.

Merkel erklärte, dass Deutschland viele Jahre lang mit der Integration zu zaghaft umgegangen sei. Maria Böhmer (CDU), Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, stellte die derzeitige Situation in Deutschland dar, und beklagte, zu viele Jugendliche mit Migrationshintergrund würden ohne Abschluss da stehen und zu wenige Abitur machen. Daher sollten diese besser gefördert werden, etwa durch bessere Zusammenarbeit von Schule und Betrieb. Böhmer sagte: „Praktika können die Motivation schulmüder Jugendlicher stark fördern“ und fügte hinzu: „Auch Lehrer müssen viel besser für den Umgang mit Migranenkindern qualifiziert werden, sei es an der Universität oder in Weiterbildungsmaßnahmen.“

Einer OECD-Untersuchung in 17 wichtigen Industrienationen zufolge versagt kein Schulsystem so sehr wie das deutsche bei der Förderung von Einwandererkindern. Die Untersuchung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) basiert auf Ergebnisse der PISA-Studien.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso sagte, dass Bildung und Arbeit wichtige Voraussetzungen für eine soziale Integration von Migranten seien. Außerdem steige die Gefahr von Terrorismus und Kriminalität durch das Versagen in der Integration, erklärte er weiter.

Eine Studie des Bundesfamilienministeriums belegt, dass gute Bildung die beste Voraussetzung für die Eingliederung von Einwanderern in die Gesellschaft sei. Der Untersuchung zufolge sei die Alltagskultur von Migranten stärker durch ihr soziales Milieu und ihren Bildungsstand geprägt als durch Religion oder ethnische Herkunft. (sa)

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