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Viele Gäste beim Fastenbrechen

September 17, 2007

FastenbrechenEinblicke in die Rituale der Fastenzeit gewährte der vor zwei Jahren gegründete Arbeitskreis Islamischer Gemeinden Wiesbadens (AIGW) allen Mitbürgern. Diesmal im Herzen Wiesbadens, auf dem Mauritiusplatz. Und das höchst erfolgreich.
Von Birgit Weidner

Schon im vergangenen Jahr war die Premiere ein Erfolg gewesen, rief Noah Erdem, zweiter Vorsitzender des AIGW, in Erinnerung. Und so rüstete man sich für das diesjährige „Gemeinsame Fastenbrechen – Wiesbadener Muslime laden Mitbürger ein“, zu Beginn des heiligen Monats Ramadan, gleich mit einem doppelt so großen Zelt. Aber selbst dieses hätte noch etwas größer ausfallen können. Denn wieder waren alle Plätze besetzt und viele Menschen drängten sich ums offene Zelt.

Die Gäste, darunter der evangelische Dekan Heinemann, erlebten viele Redner, den Muezzin (Ruf zum Gebet) und Geschlechter getrenntes Beten. Dann folgte das Fastenbrechen nach Sonnenuntergang als abendlicher Abschluss eines Fastentages, das traditionell mit dem Genuss einer Dattel beginnt und ins orientalische Buffet mit indischen, türkischen und marokkanischen Spezialitäten mündete. Viele Besucher zogen sich ihre Schuhe aus, um das separate Areal aus Teppichen und Sitzkissen neben dem Zelt zu betreten, und sprachen an den Infoständen.

Man wolle zueinander finden, auch religiös, die Integration vorwärts bringen, so Erdem. Ramadan sei der Monat der Barmherzigkeit, man lege viel Wert auf eine zusammen wachsende Gemeinschaft und Freundschaft. Drei Wünsche hatte Erdem: Förderung der Muttersprache, mehr Mitarbeiter ausländischer Herkunft in Ämtern und mehr Räume für Aktivitäten. „Lassen Sie uns solidarisch und einheitlich für das Wohl unseres Landes einsetzen“, so sein Appell.

Viele Gäste äußerten sich zur große Bedeutung der Veranstaltung. Allen voran Said Nasri, Vorsitzender des Arbeitskreises. Die AIGW verstehe sich als Gremium, das Impulse zur Integration gebe. Man lerne voreinander, lebte in guter Nachbarschaft und führe konstruktive Dialoge. Herausragende Stellung genieße auch der Integrationsvertrag mit der Stadt. Dieser sei ein Gewinn für alle Beteiligten, weil er dem gesellschaftlichen Frieden diene. Besonders dankte er Stadtrat Peter Grella (CDU).

Knapp zehn Prozent Muslime lebten in Wiesbaden, sagte Grella anschließend. Deshalb seien sie keine Randgruppe, sondern Teil der deutschen Gesellschaft. Er hoffte, dass diese Veranstaltung Tradition würde. „Wir müssen auch hinsichtlich der Feiertage Rücksicht nehmen“, mahnte Oberbürgermeister Helmut Müller. Die Muslime wollten Integration, begann Ali Tarek, aber auch ihre Identität bewahren. Moscheen würden jedem offen sein, der sie kennenlernen möchte. Der Kontakt sollte dazu beitragen, dass Ängste abgebaut werden. Dass viele Menschen hier seien, zeige den Respekt für einander.

Immer wieder, sagte Said Nasri energisch, würden er gefragt, wie er zum Terror stünde. Diesen verurteilten Muslime genauso scharf wie andere Menschen. Nur er wisse nicht, wie man dies besser vermitteln könne. Deshalb bat er, Muslime nicht unter Generalverdacht zu stellen.

Wiesbadener Tagblatt

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