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Im Irak-Krieg geht es im Wesentlichen um das Öl

September 17, 2007

Washington – Als ob es nicht bereits von allen Seiten Kritik hagle: Nun meldet sich auch Alan Greenspan, der ehemalige Chef der US-Notenbank in seinen Memoiren zu Wort – und lässt an US-Präsident George W. Bush kein gutes Haar.

In seinen Memoiren hat der Ökonom Alan Greenspan die Politik des amerikanischen Präsidenten scharf kritisiert. Zwar erscheint „The Age of Turbulence: Adventures in a New World“, erst am Montag offiziell auf dem US-Büchermarkt, doch führende amerikanische Zeitungen hatten bereits vorab die Chance sich mit dem Inhalt des 500-seitigen Buches vertraut zu machen.

Nach deren Vorabberichten, beschreibt Greenspan in seinem Werk ausführlich seine Kindheit und seine Karriere. Doch die Öffentlichkeit dürfte insbesondere die brisanten Äußerungen hinsichtlich US-Präsident Bush interessieren. Denn die Kritik des 81-jährigen „Maestros“ ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

Schließlich war Greenspan fast 19 Jahre lang Chef der wichtigsten Zentralbank der Welt. Viele Experten halten ihm das Wirtschaftswachstum in den 90er-Jahren zugute. Der Ex-Notenbankchef diente unter vier Präsidenten von Ronald Reagan bis George W. Bush. In Greenspans Memoiren bekommt insbesondere letzterer sein Fett weg.

Während Bushs Vorgänger Bill Clinton eingehend gelobt wird, „einen beständigen, disziplinierten Fokus auf langfristiges wirtschaftliches Wachstum gelegt zu haben“, kritisiert Greenspan, dass unter Bush, politische Ziele über eine vernünftige Wirtschaftspolitik gestellt worden seien: „Es wurde wenig Wert auf eine konsequente Debatte über die Wirtschaftspolitik oder die Abwägung der langfristigen Folgen gelegt“.

Zwar sei Bushs Politik der Steuerkürzungen und der Erhöhung der Militärausgaben im Jahr 2000 noch realistisch gewesen, da der Haushalt mehrere Jahre Überschüsse verbucht habe, aber mit dem wachsenden Defizit 2002 hätte Bush unbedingt sein Vetorecht nutzen müssen, wirft der Ökonom der Bush-Regierung vor. Er selbst, habe den Präsidenten mehrmals aufgefordert, die „außer Kontrolle geratenen Staatsausgaben“, die im Kongress von der damaligen Mehrheit der Republikaner beschlossen wurden, zu stoppen – leider ohne Erfolg.

Der Spruch „Defizite spielen keine Rolle“, sei zur Parole der Republikaner geworden. Damit hätten diese ihre eigenen Ideale aufgegeben, kritisiert der 81-Jährige in seinen Memoiren.

Auch hinsichtlich Bushs Irak-Politik nimmt sich Greenspan kein Blatt vor dem Mund: „Ich bin betrübt, dass es politisch unbequem ist, festzustellen, was jeder weiß: Im Irak-Krieg geht es im Wesentlichen um das Öl“. Weil die Republikaner unter Bush, Prinzipien gegen Macht eingetauscht hätten, sei der Verlust der Kongressmehrheit im vergangenen November verdient gewesen.

Präsident Bush scheint sich die Kritik nicht zu Herzen zu nehmen. Stattdessen behält er lieber seine Scheuklappen an und erklärt Greenspans Aussagen für unsinnig.

(ld)

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