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4. muslimischer Blogkarneval online

August 27, 2007

Der vierte Blogkarneval ist zu Ende gegangen und ich entschuldige mich, dass es mit der Zusammenfassung ein wenig lange gedauert hat. Ich hab es auch – zu meiner Schande – dieses Mal nicht geschafft, selber einen Artikel für den Karneval zu schreiben. Das Leben neben dem Blog hat mich zu sehr gefordert🙂 Beim nächsten Mal wieder insha Allah. Womit wir bei der Organisation des nächsten Karnevals wären. Planmäßig müsste dieser ja am ersten Freitag im Oktober stattfinden, also dem 5.10., mitten im Ramadan. Am schönsten wäre es wenn sich jemand freiwillig melden würde…

Die ersten Beiträge hatte Ekrem Senol vom JurBlog eingereicht. In seinem Artikel „Migranten im Geiste des freiheitlich demokratischen Rechtsstaats“ stellt Ekrem eine in den Mainstreammedien wenig präsente Sichtweise auf den Boykott des zweiten Integrationsgipfels verschiedener Migrantenorganisationen dar. Dieser stieß ja größtenteils auf Unverständnis und bestätigte viele in der mittlerweile zur Binsenweisheit gewordenen Annahme die Integration sei gescheitert. Ekrem Senol deutet das Ereignis andersherum, als Zeichen für gelungene Integration:

„Sämtliche Debatten der letzten Jahre haben Muslime in Deutschland nicht vom Pfad der hiesigen Ordnung abgebracht. Stets wurde mit Mitteln protestiert, die in unserer Grundordnung als vorbildlich gelten.“

Diesem Thema widmet sich auch Abdulgani Enigin Karahan von islam-europe.org. Er ist der Meinung die Türkischstämmigen Verbände hätten zurecht die Teilnahme an dem Integrationsgipfel verweigert.

Der zweite Artikel „Eine unendliche Geschichte? Die Diskussion um den Religionsunterricht in NRW“ von Mustafa Yeneroglu analysiert ausführlich die Argumentation des Landes Nordrheinwestfalen in Bezug auf die Einführung eines islamischen Religionsunterrichts und daraus resultierende Ablehnung der – durchaus vorhandenen! – muslimischen Ansprechpartner. Der Artikel ist sehr detailreich und unmöglich von mir hier rezensiert zu werden, da mir schlicht das Fachwissen fehlt. Dankbar bin ich allerdings sehr für diese kompetente und sachliche Analyse.

Zum ersten Mal hat sich Rachid aus der Schweiz mit seinem Blog „lieber Bruder Ali“ beteiligt, was eine Bereicherung war. Der erste Beitrag kommt in ganz kurzer Form daher und beschreibt, wie dass was unserem Ego leicht fällt, nicht unbedingt auf den richtigen Weg führt. Obwohl ich die Aussage schon verstehe, habe ich an der absoluten Wahrheit dieser Aussage so meine Zweifel. So gibt es doch in den Ibadat (gottesdienstliche Handlungen wie Gebet und Fasten etc.) bestimmte Erleichterungen (wie das verkürzte Reisegebet), deren Erfüllung als verdienstvoller angesehen wird, als der „schwere“ zugrunde liegende Gottesdienst. Sehr schön finde ich wie auf Rachids Blog kritische Themen in Bezug auf die Organisationkultur von Muslimen thematisiert werden. Beim Lesen des Artikels „Moscheevereine haben ein Ressourcenproblem“ wusste ich sofort wovon die Rede ist. Ich kenne solche Probleme durchaus auch aus Berlin, wo es zwar Versuche gibt, bestimmte Dinge gemeinsam zu gestalten – was ja absolut sinnvoll ist – es allerdings immer wieder Probleme durch die Diskussion(un)kultur gibt.

Abu Zeyneb hat dieses Mal zwei seiner Gedichte eingereicht. Ich bin leider in Sachen HipHop nicht sehr bewandert, deswegen bleiben mir die Bedeutungen oft schleierhaft. Mein Faible für Fußnoten kann ich aber auf seinem Blog voll ausleben🙂

Belal hat einen offenen Brief an Günther Wallraff geschrieben, in dem er seinen Unmut über die von Wallraff geäußerte Forderung einer Rushdie-Lesung in der heißdiskutierten Kölner Moschee – die ja noch gar nicht steht! – artikuliert.

Der Beitrag von Eman widmet sich einem ganz anderen Thema als den sozial-politischen. Sie schreibt über den Einfluss, den die arabische Sprache auf das Deutsche gehabt hat. Dies ist immer noch sichtbar an vielen Worten, die im deutschen Alltagsgebrauch wieder zu finden sind – wie z.B. Tarif, Alkohol oder Matratze. Spannend!

Kurz vor Schluss hat auch Omar noch einen Artikel einreichen können, in dem er sich mit der Zuschreibung oder Selbstbezeichnung als moderater Muslim auseinandersetzt. Einerseits vermittelt diese Bezeichnung den Eindruck es gäbe eine strengere und somit korrektere Form der Religionsausübung und andererseits macht eine Einteilung in extreme und moderate Lager die innermuslimsche Debatte unmöglich.

quelle

http://www.musafira.de/Blog/files/4-muslimischer-Blogkarneval-online.html

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