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Besatzer bombardierten Zivilisten im Irak, „Al-Qaida“ oder die Wahrheit?

Juni 30, 2007

Aufmerksamen Beobachtern ist seit Jahren – anders als der britischen BBC – klar, daß an den Erfolgsmeldungen des US-Militärs in seinem Kampf gegen „Terroristen“ im Irak größte Zweifel angebracht sind. Am Dienstag nun berichtete die BBC, daß Angehörige und Nachbarn eines solchen „Erfolgs“ diesem kategorisch widersprechen.

Am Freitag der vergangenen Woche hatten die US-Besatzungstruppen im Irak eine von zahllosen, auch deutschen Medien aufgegriffene Meldung veröffentlicht, der zufolge „Koalitionsstreitkräfte 17 bewaffnete Al-Qaida-Mitglieder südwestlich von Khalis getötet“ hatten. Dieser Angriff erfolgte im Rahmen der „Pfeilspitzen-Schlitzer“ („Arrowhead Ripper“) genannten Operation.

„Irakische Polizisten führten Sicherheitsoperationen in und um das Dorf herum durch, als Kampfhubschrauber der 25. Luftangriffsbrigade und Bodentruppen der 3. Brigadeeinheit der 1. Division der Kavallerie mehr als 15 bewaffnete Männer beobachteten, als sie versuchten, die irakische Polizei zu umgehen und in das Dorf einzudringen. Die mit Raketen bewaffneten Kampfhubschrauber griffen 17 bewaffnete Al-Qaida-Mitglieder an und töteten sie und zerstörten das von ihnen benutzte Fahrzeug“, so die Meldung.

Bewohnern des irakischen Dorfes zufolge handelte es sich allerdings keineswegs um „Al-Qaida“-Kämpfer. Mehrere Bewohner von al-Khalis schilderten den Angriff gegenüber der BBC übereinstimmend völlig anders.

Demnach hielten sich die Wachen des Dorfes, die das Dorf schützen sollen, gegen 02:00 Uhr in der Nacht in ihrem üblichen Stützpunkt , einem unfertigen Haus am Rande des Hayy al-Junoud-Viertels auf. Dann fuhr überraschend ein Konvoi von Fahrzeugen der „irakischen“ Polizei, angeführt vom Kommandeur der Notfalltruppe, Oberst Hussein Kadhim, vor. Die Polizisten sagten den Wachen, sie wären auf dem Weg zu einer Hausdurchsuchung in der al-Akrad-Straße und baten darum, dabei vom Mukhtar (Dorfoberhaupt) begleitet zu werden. Der Mukhtar von Hayy al-Junoud, Jassem Khalil und seine Brüder Abbas und Ali schlossen sich den Polizisten daraufhin an. Einige der Wachen boten an, ihnen ebenfalls zu folgen.

Die Hausdurchsuchung stellte sich als ergebnislos heraus, als die Polizisten und Wachen gerade zurückkamen, erhielten die Polizisten aber einen Funkspruch vom Führungszentrum für gemeinsame Operationen, demzufolge US-Kampfhubschrauber auf dem Weg zu einem Angriff auf die Gegend seien. Die Polizisten flohen daraufhin umgehend. Bevor die Wachen allerdings auch nur ihr eigenes Fahrzeug erreichen konnten, wurden sie von den plötzlich auftauchenden Hubschraubern mit Raketen angegriffen. Auch die in dem Gebäude zurückgebliebenen Wachen wurden von den Hubschraubern mit Raketen beschossen. Anschließend feurten die Kampfhubschrauber anhaltend mit ihren Maschinenkanonen auf die Männer am Boden. Die M230-Maschinenkanone eines AH-64 „Apache“-Kampfhubschraubers feuert ihre 30-Millimeter-Munition mit einer rechnerischen Rate von 625 Projektilen pro Minute ab.

„Es war wie eine Kriegsfront, aber das Feuer kam nur aus einer Richtung“, berichtete ein Augenzeuge. „Das Feuer wurde nicht erwidert.“

Als die Dorfbewohner im Morgengrauen herauskamen, fanden sie die Leichen von 11 der Wachen, einige von ihnen waren durch die US-Hubschrauber völlig zerfetzt worden. Die Toten waren der Mukhtar Jassem Khalil, seine Brüder Abbas und Ali, Kamal Hadi, ihr Cousin, Shaker Adnan, Abd al-Wahhab al-Zubaie, Abbas Muzhir Fadhel, Jamal Hussein Alwan, Abd al-Hussein Abd Allah und Ali Jawad Kadhem. Fünf weitere der Wachen, darunter der Sohn des getöteten Abbas Khalil, Saif, wurden teilweise schwer verletzt.

Das US-Militär kündigte aufgrund dieser Aussagen eine „Untersuchung“ an.

www.freace.de

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