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USA verdoppeln Luftangriffe im Irak, Schutt und Asche

Juni 7, 2007

Die Vorbereitung der Eroberung des Iraks wurde im Jahr von den USA durch ein massives, von der US-Führung „shock and awe“ genanntes Bombardement eingeleitet. Wörtlich übersetzt bedeutet dies „Schock und Ehrfurcht“, angesichts der Verwüstung, die die Besatzer seit jenem März vor vier Jahren im Irak verursachen, scheint „Schutt und Asche“ aber durchaus auch eine gültige „Übersetzung“ zu sein.

Am Dienstag berichtete AP unter Berufung auf Zahlen der US-Luftwaffe, daß bis Mitte Mai dieses Jahres bereits mehr Bomben und Raketen über dem Irak abgeworfen wurden als im ganzen Jahr 2006. Nach Angaben der US-Luftwaffe waren es 2006 insgesamt 229 von Maschinen der Luftwaffe und Marine abgeworfene Bomben und Raketen, bis Mitte Mai bereits 237. Im Jahr 2005 waren es demnach 404 und im Jahr 2004 285. Tatsächlich erscheinen diese Zahlen angesichts der häufigen, auch von Medien immer wieder gemeldeten Luftangriffe drastisch zu niedrig. Im Jahr 2004 ereigneten sich nicht nur die verheerenden Angriffe auf die Stadt Fallujah, sondern auch die schweren Kämpfe mit der Jaish al-Mahdi, der Mahdi-Armee des shiitischen Geistlichen Muqtada al-Sadr. Daß trotzdem rechnerisch in jenem Jahr nicht einmal eine Bombe oder Rakete pro Tag eingesetzt worden sein soll, kann nur als absichtliche Irreführung bezeichnet werden – wird doch nur in einem Nebensatz erwähnt, daß die Zahlen nicht die von Maschinen der US-Marineinfanterie eingesetzten Bomben und Raketen enthalten. Darüberhinaus fehlen auch die durch das US-Heer eingesetzten Bomben und Raketen.

Dessen ungeachtet können die Zahlen der US-Luftwaffe aber sicherlich wie auch die seit Monaten erheblich gesteigerten Verlustzahlen der Besatzer als weiterer Beleg für die Entwicklung im Irak angesehen werden.

„Luftoperationen über dem Irak haben erheblich zugenommen, die Zahl der Flüge, die Zahl der Flugstunden“, sagte US-Oberst Joe Guastella, Leiter der US-Luftwaffeneinsätze in der Region. Dies liege vor allem in „erhöhten Druck auf den Feind“ und der Anwesenheit eines weiteren US-Flugzeugträgers seit Februar begründet, so Guastella.

Angesichts des sprunghaften Anstiegs von Bombardierungen aus der Luft ist ein ebensolcher Anstieg der dabei getöteten Zivilisten nur die logische Konsequenz. Dies wird auch von der Website IraqBodyCount (IBC) bestätigt. Ihrer Zählung zufolge wurden Anfang des vergangenen Jahres nur wenige Zivilisten monatlich durch Luftangriffe getötet. Mittlerweile ist diese Zahl IBC zufolge auf durchschnittlich über 50 gestiegen. Hierbei ist allerdings zu beachten, daß IBC grundsätzlich nur solche Todesfälle zählt, die durch mehrere, voneinander unabhängige Medienberichte bestätigt worden sind, so daß die von IBC veröffentlichten Zahlen naturgemäß nur einen Bruchteil der tatsächlichen Opfer widerspiegeln.

Schon diese Zahl zeigt aber einmal mehr, daß die US-Besatzer keinerlei Rücksicht auf die Zivilbevölkerung nehmen – was ein eindeutiges Kriegsverbrechen entsprechend den Genfer Konventionen darstellt. Angesichts der Tatsache, daß weder die Opfer durch die so häufig eingesetzten Bordgeschütze der Flugzeuge und Hubschrauber in die von IBC genannte Zahl eingeflossen sind, noch jene Opfer, die durch Bodentruppen getötet wurden, läßt sich erahnen, wie groß die Zahl der jeden Monat im Irak durch US-Soldaten insgesamt ist. Letztlich ist es genau dieses rücksichtslose Abschlachten hunderter, wenn nicht tausender Zivilisten, die zu der immer weiter wachsenden Unterstützung für den irakischen Widerstand führt.

www.freace.de

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