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Ankläger, Richter, Henker, USA bombardieren „Verdächtige“ in Somalia

Juni 3, 2007

Berichte der vergangenen Tage belegen einmal mehr, daß sich die USA nicht nur als „Welt-Polizist“, sondern auch als „Welt-Ankläger“, „Welt-Richter“ und auch als „Welt-Henker“ verstehen.

Bereits am Freitag berichtete CNN unter Berufung auf ungenannte Quellen, daß ein US-Zerstörer – der Lenkwaffen-Zerstörer USS Chafee – auf einen „vermutlichen Al-Qaida-Agenten, von dem angenommen wird, daß er an den Angriffen auf US-Botschaften in Kenia und Tansania im Jahr 1998 beteiligt war“, gefeuert hatte. Einem NBC News-Bericht vom Samstag zufolge – auch wenn der Angriff demzufolge erst am Samstag erfolgte – feuerte die Chafee zwanzig 127-Millimeter-Granaten auf „zwei oder drei vermutliche hochrangige Ziele“ ab. Der Meldung zufolge sei bisher keine Überprüfung der „Erfolge“ des Angriffs erfolgt. Der Australian wiederum berichtete am Sonntag unter Berufung auf einen „höchstrangigen somalischen Beamten in Mogadischu“, daß das Bombardement durch die USS Chafee zu Opfern geführt habe, er konnte – oder wollte – angesichts der „Abgelegenheit“ der Gegend aber keine genaueren Angaben machen.

„Unsere Streitkräfte haben mit islamischen Kämpfern, darunter Ausländer mit Verbindung zu Al-Qaida, gekämpft“, sagte er. „Nach den Kämpfen bombardierte ein Schiff der US-Marine drei Ziele am Außenrand von Bargal in der Gebirgsregion. Wir können keine Informationen über die Opfer bekommen, aber das Bombardement dauerte mehrere Stunden.“

Präziser als die Überschrift einer Meldung der Nachrichtenagentur AllHeadlineNews (AHN) zu dem Bombardement könnte man diesen Angriff sicherlich kaum zusammenfassen: „US-Zerstörer feuert vor somalischer Küste auf vermutliche Al-Qaida-Verdächtige“.

Der Angriff erfolgte durch die USS Chafee, weil befürchtet worden sei, daß die „Verdächtigen das Gebiet verlassen“, so NBC. Luftangriffe wären demnach „zu spät“ gekommen. Das US-Militär entschloß sich also, Ziele in großer Entfernung – die hierbei verwendeten Geschütze des US-Zerstörers haben eine Reichweite von rund 24 Kilometern – anzugreifen, weil „vermutet“ wurde, daß sich am Einschlagspunkt der Granaten vermeintlich „Verdächtige“ aufhielten. Die Geschwindigkeit, mit der dieser Angriff offensichtlich zu erfolgen hatte, ließ ohne Zweifel keine Gelegenheit, auch nur die Anwesenheit dieser „Verdächtigen“ wirklich sicherzustellen. Wie groß die Wahrscheinlichkeit unschuldiger ziviler Opfer bei einem solchen Vorgehen ist, ist nur zu offensichtlich.

Noch weitaus schwerwiegender ist aber letztlich die auch diesem Angriff zugrundeliegende Logik. Fernab jeder Gerichtsbarkeit beschließt das US-Militär, welcher „Verdächtige“ ohne Prozeß, Verteidigung oder gar Urteil getötet werden kann.

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