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Gehirnwäschen bei deutschen Bundesinnenministern?, Von Saulen und Paulen

Juni 1, 2007

Die Wandlung vom Saulus zum Paulus – oder umgekehrt, je nach Sichtweise – scheint bei deutschen Bundesinnenministern schon fast zum Berufsbild zu gehören.

Die Entwicklung des früheren Bundesinnenministers Otto Schily vom Strafverteidiger von Mitgliedern der Roten Armee Fraktion (RAF) zum Befürworter – und Förderer – immer neuer „Sicherheitsmaßnahmen“ und Grundrechtseinschränkungen ist in diesem Zusammenhang sicherlich schon fast legendär zu nennen. Aber auch der derzeit amtierende Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble ist seinen ehemals geäußerten Ansichten keineswegs noch in allen Punkten treu.

Schäuble will nun den „Kampf gegen kriminelle Netzwerke, die das Doping organisieren“ aufnehmen. Eine Formulierung, die den Eindruck erweckt, das Doping von Sportlern wäre geradezu „von oben“, durch mafiöse Strukturen, organisiert. Bisher ist aber kein „westlicher“ Sportler vor die Kameras getreten, um davon zu berichten, wie er sich über seine plötzliche, unerklärliche Leistungssteigerung gewundert und erst viel später herausgefunden habe, daß er heimlich von der „Doping-Mafia“ mit den entsprechenden Wirkstoffen „behandelt“ worden war.

Für diesen „Kampf“ hält Schäuble – wie könnte es anders sein – einmal mehr auch die Telephonüberwachung für nötig, wie er in den „Tagesthemen“ sagte. Warum auch sollten ausgerechnet Sportler neben Politikern die einzige Personengruppe in Deutschland sein, die von den Folgen des immer weiter umsichgreifenden, von Schäuble wie auch seinem Vorgänger Schily so vehement betriebenen Überwachungsstaates ausgenommen bleibt?

Vor fast genau 30 Jahren, am 28. September 1977 hatte Schäuble, damals noch Staatssekretär im Bundesinnenministerium, bei einer Anhörung im Bundestag allerdings noch eine ganz andere Sichtweise auf die „medikamentöse Leistungssteigerung“ von Sportlern.

„Wir wollen diese Mittel [Dopingsubstanzen] nur sehr eingeschränkt und nur unter der absolut verantwortlichen Kontrolle der Sportmediziner [] einsetzen [], weil es offenbar Disziplinen gibt, in denen heute ohne den Einsatz dieser Mittel der leistungssportliche Wettbewerb in der Weltkonkurrenz nicht mehr mitgehalten werden kann“, sagte er damals.

 

http://www.freace.de/

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