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„Was ich während des Aufenthalts bei einer muslimischen Familie gelernt habe“

Mai 30, 2007

Der Parteivorsitzende der Konservativen Partei in England, David Cameron, übernachtete zwei Tage lang bei einer muslimischen Familie

David Cameron, dem der Sieg bei den Wahlen 2009 so gut wie sicher ist, hat zwei Tage lang bei einer muslimischen Familie in Birmingham verbracht, um sich ein besseres Bild über die Probleme der Muslime und ethnischen Minderheiten machen zu können, mit denen sie aufgrund der Integrationspolitik konfrontiert sind. Er hat seine Eindrücke aus diesen beiden Tagen nun in einem Artikel in der Zeitung „The Observer“ veröffentlicht. Cameron aß mit dem Ehepaar Abdullah und Schahida Rahman, bei denen er zu Gast war, am selben Tisch, fuhr mit dessen drei Kindern zur Schule und führte lange Gespräche und teilte ihre Gefühle, die er dann zu einem Zeitungsartikel zusammenfasste, womit er hofft zum Einklang und Gemeinschaftlichkeit im Land beitragen zu können.

„Mein Aufenthalt bei einer muslimischen Familie hat bestätigt, dass ich auf dem richtigen Weg bei der Eintracht Englands bin“, beginnt er seinen Artikel. Er unterstreicht das Problem des Rassismus und plädiert zunächst für ein starkes gemeinsames Vorgehen gegen den Rassismus, um bei der Integration überhaupt Erfolge erzielen zu können. „Wir können kaum von einer Integration sprechen, solange Menschen in unserem Land jeden Tag mit rassistischen Angriffen konfrontiert werden. Ich kenne keinen Muslim, den Weihnachten stört. Sie fühlen sich jedoch belästigt, wenn jeden Tag der Begriff des Terrorismus in Verbindung mit dem Islam gebracht wird“, fährt Cameron in seinem Artikel fort.

Er plädiert weiterhin dafür, die eigentliche Ursache des Terrorismus zu erforschen. Der Gebrauch der Sprache spiele hier eine besondere Rolle. Durch die gemeinsame Nennung vom Terrorismus und Islam in den Medien, tue man genau das, was eigentlich die Terroristen bezweckten. So würde es dazu führen, dass junge Muslime mit labilem Charakter mit den Terroristen sympathisierten, in denen sie die wahren Muslime sehen würden. Der öffentlich-rechtlichen Rundfundanstalt BBC komme hier eine besondere Aufgabe zu. Sie habe die Verantwortung, in Zukunft solche Aussagen zu unterlassen.

Der zweite wichtige Punkt für einen erfolgreichen Zusammenhalt der Gesellschaft sei nach Cameron eine bessere Integration. Dies sei dadurch zu bewerkstelligen, dass Menschen aus verschiedenen Kulturen nebeneinander in denselben Stadtteilen leben, von selben öffentlichen Diensten Gebrauch machen und dieselben sozialen Aktivitäten unternehmen. Aussicht auf eine erfolgreiche Integration würden die sozialen und religiösen Vereinigungen bieten.

„Die drei Kinder der muslimischen Familie, bei der ich mich aufgehalten habe, gehen auf eine religiöse Schule, wobei dies eine jüdische Schule mit 60 Prozent muslimischem Anteil ist, in der Muslime gemeinsam mit Juden, Christen und Sikhs unterrichtet werden. Meine Frage, warum er seine Kinder auf die jüdische Schule schickt, konnte Abdullah zwar nicht eindeutig beantworten. Er sagte jedoch, die Schule sei diszipliniert und erfolgreich. Weiterhin sei für Abdullah und seine Familie die Glaubensorientiertheit der Schule an sich ein zusätzlicher wichtiger Grund“, so Cameron weiter.

Jeder, der in England lebt, solle das Wir-Gefühl haben und sein Land lieben können, meint Cameron weiter und fügt hinzu: „Wir haben ein düsteres Bild von einer modernen britischen Gesellschaft, umgeben von Rauschgift, Gewalt und Rohheit. Für viele asiatische Engländer gibt es keinen Anlass, sich in diese Gesellschaft zu integrieren. Sie sind der Meinung, dass diese Lage Englands eher ihren Werten, die auch unsere sein sollten, schaden würde. Asiatische Familien sind unglaublich stark und familienorientiert. Sie tragen weiterhin eine solidarische Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, für die sich einige von uns schämen müssten. Nachdem ich das gesehen habe, frage ich mich, ob nicht wir diejenigen sind, die integriert werden müssten.“

„Beim Abschied schenkte mir Abdullah T-Shirts, Schuhe und traditionelle Kleider aus Pakistan, die ich bei einem Besuch in Pakistan tragen könnte. Wir sollten nicht vergessen, dass Integration ein zweispuriger Weg ist. Wir müssen englische Werte wie Gastfreundlichkeit, Toleranz und Freigebigkeit kennen, es gibt viele englische Muslime, die uns dies lehren können“, schloss Cameron seinen Artikel.

Laut Umfragen in England genießt der Oppositionsführer David Cameron eine breite Unterstützung. Während Gordon Brown mit einem Anteil von 29 Prozent Unterstützung rechnen kann, liegt diese Prozentzahl für David Cameron bei 43 Prozent. (ab)

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