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Kölns OB Schramma: „Aus eigener Erfahrung müsste Herr Giordano wissen, dass so etwas gefährlich ist“

Mai 24, 2007

Skandalöse Entgleisung des Schriftstellers Ralph Giordano. Nach seiner ausgrenzenden und diskriminierenden Äußerungen gegenüber Muslimen erntet er heftige Kritik durch die Politik

Köln – Die Kritik aus den Reihen der Politiker fiel heftig aus – Zustimmung erntete der Kölner Schriftsteller Ralph Giordano für seine Entgleisung und Vorurteile gegenüber den Muslimen und den Moscheebau in Köln allenfalls vor der rechten Seite, wie die rechtsradikale Partei Pro Köln.

Oberbürgermeister Fritz Schramma betonte am Freitag, er stehe „voll hinter dem Beschluss der demokratischen Fraktionen zum Moscheebau. Das Verfahren zum Bebauungsplan läuft weiter wie geplant.“ Ebenso bekräftigten die Kölner Fraktionsspitzen von CDU, SPD, Grünen und FDP ihre positive Haltung zu dem Vorhaben der Türkisch-Islamischen Union (Ditib).

Giordano hatte in der Sendung „Streit im Turm“ des Kölner Stadtanzeiger den Stopp des Moscheebaus gefordert. Die Integration der muslimischen Minderheit sei gescheitert, der Bau sei „ein falsches Signal“, sagte der 84-Jährige und sprach von einer Parallelgesellschaft, die allein die Muslime zu verschulden haben. Auf dem Gelände der Ditib befindet sich in einer ehemaligen Lagerhalle seit Jahren eine Moschee. Der neue Gebetsraum soll repräsentativer sein und mehr als 1000 Besuchern Platz bieten.

Für Schramma sind einige Äußerungen Giordanos „Wasser auf die Mühlen der Rechtsradikalen“, selbst wenn dieser das nicht beabsichtigt habe. „Das erschwert die Diskussion vor Ort“, befürchtet Schramma. Er halte es „grundsätzlich nicht für angemessen, wenn Herr Giordano Vergleiche anstellt zwischen einer Frau mit Burka und einem Pinguin. Aus eigener Erfahrung müsste Herr Giordano wissen, dass so etwas gefährlich ist.“

Giordano argumentiere „diskriminierend und ausgrenzend“, kritisierte die Kölner SPD-Bundestagsabgeordnete Lale Akgün. „Für mich bedeutet Integration gleichberechtigte Teilhabe – für ihn sollen die Muslime in ihren Hinterhöfen bleiben.“ Dieser Kritik stimmte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Barbara Moritz zu: „Hätten wir uns früher um diese Probleme der Hinterhofmoscheen gekümmert, hätten wir heute vielleicht weniger Integrationsprobleme. “ Der katholische Priester Franz Meurer betonte, man dürfe Muslime „nicht nur in Kellern und Nebengebäuden ihren Glauben feiern lassen“.

Der frühere Bundesinnenminister Gerhart Baum (FDP) bezeichnete die „ablehnende, abwehrende Haltung“ Giordanos als „verletzend für die muslimischen Mitbürger“. Ein Mann mit einer solchen öffentlichen Reputation „sollte der Unruhe entgegenwirken. Ich würde mich darüber freuen, wenn er dafür werben würde, dass die Muslime eine Gebetsstätte bekommen, die ihren Ansprüchen genügt.“

Die Kölner CDU-Bundestagsabgeordnete Ursula Heinen hält die Äußerungen Giordanos im Hinblick auf die ohnehin schwierige Integration für „kontraproduktiv – wenn wir jetzt noch sagen, die Moscheen bleiben in den Hinterhöfen, dann gibt es überhaupt keine Chance, ein gesellschaftliches Miteinander zu bilden“. Es sei nicht hinnehmbar, „einer Weltreligion das Recht abzusprechen, eine Moschee zu bauen“, sagte auch der Kölner FDP-Fraktionschef Ralph Sterck. Der Bezirksbürgermeister im Stadtteil Ehrenfeld, Josef Wirges (SPD), rief Giordano dazu auf, „sich für die freie Relegionsausübung einzusetzen“. (Texte aus KStA, dpa und eigene)

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