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Angriffe auf US-Besatzer im Irak, Die andere Offensive

Mai 18, 2007

Mehrere Vorfälle der vergangenen Tage belegen erneut, daß der irakische Widerstand zunehmend offensiv gegen die Besatzer vorgeht.

Erst in der vergangenen Woche war eine US-Patrouille bei einem Angriff vollständig aufgerieben worden, wobei vier US-Soldaten in Gefangenschaft gerieten – und bisher trotz massivster Suchaktionen und einer ausgelobten Belohnung von 200.000 US-Dollar für Informationen, die zu ihrer Befreiung führen – nicht gefunden wurden.

Wie beispielsweise AFP am Donnerstag unter Berufung auf einen nicht namentlich genannten Beamten des US-Verteidigungsministeriums berichtete, ist bereits am Sonntag die US-Basis in der Stadt Taji, rund 30 Kilometer nördlich der Hauptstadt Baghdad, mit einer offenbar größeren Anzahl von Mörsergranaten oder Raketen angegriffen worden. Nach Aussage des Beamten wurde dabei ein US-Hubschrauber zerstört und neun weitere beschädigt, wobei sechs der beschädigten Maschinen bereits wieder repariert und „voll einsatzfähig“ seien. Außerdem wurden bei dem Angriff seinen Angaben zufolge vier US-Soldaten verwundet. Offenbar seien die Hubschrauber gezielt angegriffen und nicht zufällig getroffen worden, sagte er. Bei dem Angriff seien mindestens zwei verschiedene Hubschrauber-Typen getroffen worden. In Taji ist eine große Zahl von Hubschraubern des Typs H-60 „Black Hawk“, den es in zahlreichen Varianten vom Transport- bis zum Kampfhubschrauber gibt, stationiert. Ein auf der Basis arbeitender irakischer Zivilist berichtete AP zufolge sogar von 16 beschädigten, teilweise brennenden Hubschraubern.

Am Donnerstag berichtete AP, daß es erneut zu einem Angriff mit Mörserganaten auf die „Grüne Zone“ im Herzen Baghdads, dem Hauptsitz der US-Besatzer im Irak, gekommen ist. Dabei wurden zwei Iraker getötet und „etwa“ zehn weitere verwundet. Unter den Todesopfern befindet sich nach Angaben eines „irakischen“ Sicherheitsbeamten, der ebenfalls anonym bleiben wollte, um einen Fahrer des Stabs des „irakischen“ Premierministers Nouri al-Maliki. Auch unter den Verletzten befanden sich offiziellen Angaben zufolge keine US-Bürger und auch die „meisten“ der Verletzten seien Iraker gewesen – was vermuten läßt, daß sich unter ihnen auch ausländische „Auftragsnehmer“ – Söldner – befanden. Das US-„Institute of Peace“, eine durch den US-Kongreß im Jahr 1986 gegründete und von ihm finanzierte Organisation, berichtete, daß es bei dem Angriff „bedeutende“ Schäden durch Schrapnells erlitten, allerdings keine Opfer unter seinen Angestellten zu beklagen habe.

Erst am Dienstag waren neun Menschen bei einem Angriff mit Raketen auf die „Grüne Zone“ verletzt worden. Bei einem weiteren Angriff am 3. Mai wurden vier asiatische „Auftragnehmer“ getötet. Die US-„Botschaft“ ordnete aufgrund der Angriffe in diesem Monat an, daß alle ihre Angestellten im Freien und in ungeschützten Gebäuden Splitterschutzwesten und Helme tragen müssen. Dies zeigt überdeutlich, daß die US-Besatzer nicht einmal in der Lage sind, Angriffe aus der unmittelbaren Nähe der „Grünen Zone“ – Mörser haben nur eine Reichweite von einigen Kilometern – zu verhindern. Dies läßt erahnen, wie gering ihr Einfluß auf den Rest des Iraks ist.

Am Freitag schließlich griffen einer AP-Meldung zufolge etwa 50 Widerstandskämpfer in der rund 50 Kilometer nordöstlich Baghdads gelegenen Stadt Baqouba gegen 07:00 Uhr morgens eine US-Basis an. Dieser wurde zwar offenbar erfolgreich zurückgeschlagen, wobei auch Hubschrauber und Panzer eingesetzt und nach Angaben der „irakischen“ Armee „mindestens“ sechs Widerstandskämpfer getötet wurden, allein die neuerliche Durchführung eines solchen Angriffs auf eine US-Basis bei Tageslicht belegt allerdings deutlich das zunehmende Selbstbewußtsein des irakischen Widerstands.

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