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Kranke US-Soldaten erneut im Irak eingesetzt, Solange sie geradeaus schießen können

April 10, 2007

Bereits vor einem Monat berichtete das Internet-Magazin Salon, daß erkrankte und verwundete US-Soldaten aus den USA erneut für neue Einsätze in den Irak entsendet werden.

Ein dritter Artikel zu diesem Thema zeigte am Montag endgültig, daß sämtliche Erklärungsversuche seitens des US-Militärs hierfür nichts weiter als Ausreden und Täuschungsversuche sind.

Eines der in dem Artikel genannten Beispiele hierfür ist der US-Stabsgefreite Thomas Smith. Wenige Monate nach seiner Rückkehr aus dem Irak hatte er begonnen, ein äußerst auffälliges und häufig höchst aggressives Verhalten zu zeigen. Ärzte diagnostizierten daraufhin bei ihm eine posttraumatische Belastungsstörung und empfahlen nicht nur, ihn nicht wieder einzusetzen, sondern außerdem, ihn von allen Waffen fernzuhalten. Trotz dieser Diagnose und der Empfehlung der Ärzte, ihn aufgrund seines unberechenbaren, aggressiven Verhaltens von allen Waffen fernzuhalten, erhielt er zwei Wochen später den Marschbefehl für einen weiteren Einsatz im Irak.

Auch Versuche seines Kompaniekommandeurs, seinen Brigadekommandeur davon zu überzeugen, Smith nicht erneut einzusetzen, blieben erfolglos. Smith entging diesem Einsatz nur, indem er sich selbst wenige Stunden vor dem Abflug der Maschine in ein Krankenhaus einweisen ließ. Aufgrund seines Zustands wurde er dort dann zwei Wochen lang stationär behandelt. Jetzt steht er unter starken Medikamenten – Psychopharmaka und Antidepressiva.

Auch Hunter Smart, bis vor kurzem Hauptmann in der 3. US-Brigade, entging trotz einer Rückenverletzung nur knapp einem weiteren Einsatz im Irak. Obwohl bereits seine Pensionierung aufgrund der Dienstunfähigkeit durch seine Verletzung – die er sich bei einem „Unfall“ mit seinem Bradley-Schützenpanzer zuzog – in die Wege geleitet worden war, sollte auch er ein weiteres Mal im Irak eingesetzt werden. „Sie wollten definitiv, daß ich eingesetzt werde“, so Smart, zu dessen Aufgaben es zählte, Berichte über die Einsatzbereitschaft von Einheiten zu verfassen. „Die Einsatzbereitschaftsberichte sind eine große Sache“, sagte er in einem Telephoninterview. „Man führt namentlich und mit Dienstnummer die Soldaten auf, die verletzt und nicht einsatzfähig sind“, so Smart weiter. „Es gab gezielte Bemühungen, diese Zahlen niedrig zu halten.“

Smarts Einschätzung, daß er erneut eingesetzt werden sollte, wurde ihm in einer E-Mail durch seinen Bataillonskommandeur Oberstleutnant Todd Ratliff bestätigt. „Wenn Sie aus irgendeinem Grund noch da sind, wenn wir eingesetzt werden, besteht die Möglichkeit, daß wir Sie mitnehmen könnten, damit Sie uns in Kuwait unterstützen“, schrieb Ratliff. Smart gelang es schließlich aufgrund seines Ranges und seiner Position, die Bearbeitung seiner Pensionierung so weit zu beschleunigen, daß diese vor Einsatzbeginn abgeschlossen war – wobei ihm aber vollkommen klar ist, daß einfache Soldaten eben nicht diese Möglichkeiten haben.

Kommandeure „könnten sich nicht weniger um das körperliche und geistige Wohlbefinden der Soldaten kümmern, solange sie geradeaus schießen können“, zeigte Smart offen seine Empörung. „Unser Militär ist bis an die Grenze der Belastbarkeit gedehnt“, so Smart weiter. „Kommandeure werden in eine Ecke gedrängt, Einheiten bereitzustellen, die auf dem Papier einsatzbereit sind. Sie schieben die moralischen und ethischen Folgen – und die Soldaten – zur Seite.“

Eine namentlich nicht genannte Soldatin, die ebenfalls eine Rückenverletzung hat, hatte weniger Glück. Sie wurde erneut in den Irak entsandt. In einer E-Mail schrieb sie, daß sich seitdem ihre Erkrankung massiv verschlechtert habe. „Jetzt hat mein linkes Bein begonnen, taub zu werden und sie sagen mir, ich solle meine Medikamentendosen verdoppeln, was ich aber nicht kann“, schrieb sie. „Sie geben uns überhaupt keine sicheren Aufgaben. Ich trage immer noch meine ganze Ausrüstung und am Ende des Tages sind die Schmerzen unerträglich. Ich verletze meine ärztlichen Vorgaben so gut wie täglich. Mittlerweile werde ich entweder in einem Rollstuhl oder gelähmt oder noch schlimmer nach Hause kommen.“

Diese Berichte belegen erneut zweierlei. Einerseits, daß das US-Militär sich nicht nur in keiner Weise um das Wohlergehen der Bevölkerung in einem besetzten Land kümmert, sondern ebensowenig um jenes der eigenen Soldaten. Andererseits aber auch, wie verzweifelt das US-Militär mittlerweile in seinen Bemühungen ist, ausreichend Soldaten für den Einsatz im Irak bereitzustellen.

Der Einsatz von unkontrollierbar aggressiven Soldaten bedeutet nicht nur eine – aus Sicht der US-Führung zweifellos vernachlässigbare – Gefahr für die irakische Bevölkerung, sondern auch für andere US-Soldaten. Soldaten mit einem schweren Rückenleiden, die offenbar weiterhin bei Kampfeinsätzen eingesetzt werden, könnten im entscheidenden Moment vollständig ausfallen und so ebenfalls ihre ganze Einheit gefährden. Die Tatsache, daß diese Risiken trotzdem eingegangen werden, macht den Mangel des Nachschubs an Kanonenfutter des US-Militärs nur zu deutlich.

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  1. April 20, 2007 1:58 pm

    Das Kopftuch soll im dänischen Parlament verboten werden, Prophylaktisch, für alle Fälle. Das hat der Rechtsaußen- Abgeordnete Soren Krarup verlangt. Das Tuch sei ein totalitäres Symbol des totalitären Islam, es sei damit dem Hakenkreuz vergleichbar. Soren Krarup ist offenkundig ein Kopftuch- Gegner. st er damit zugleich ein Hakenkreuz-Gegner? Günther Oettinger ist ein Hakenkreuz-Gegner. sonst wäre er schließlich nicht Ministerpräsident. Jetzt hat er sich sogar Absolution beim Zentralrat der Juden geholt. Die Sache mit de Trauerrede für Filbinger ist damit erledigt. Wurde auch Zeit. Hans Filbinger war ja nicht nur NS- Marinerrichter, sondern auch Ministerpräsident, Ein wenig Trauer muss anlässlich einer Trauerrede außerdem noch erlaubt sein. Man kann Oettinger da nichts unterschieben. Er hat übrigens im letzten Jahr alles getan, Kopftücher an baden-württembergischen Schulen zu verbieten. Ist er deshalb etwa ein dänischer Abgeordneter?

    Quelle: Neues Deutschland vom 20.04.2007 auf der ersten Seite unten links

    Kopftuch mit dem Hakenkreuz verglichen

    Kopenhagen(dpa/ND). Ein dänischer Abgeordneter aus dem Regierungslager hat das Kopftuch muslimischer Frauen mit dem nationalsozialistischen Hakenkreuz verglichen. Der Theologe Soren Krarup von der rechtspopulistischen DVP bestätige am Donnerstag im Kopenhagener Folketing entsprechende Medienberichte und sagte: ,,Das Kopftuch ist ein totalitäres Symbol und auf einer Stufe mit Symbolen, wie wir sie aus dem Nationalsozialismus und dem Kommunismus kennen“.

    Quelle: Neues Deutschland vom 20.04.2007 (nachzulesen auf Seite 8)

    Muslimische Gräber geschändet

    Arras(dpa/ND) Mit Nazi-Parolen und Hakenkreuzen haben Unbekannte 52 Gräber muslimischer Soldaten auf dem Militärfriedhof Notre-Dame de Lorette bei Arras in Nordfrankreich geschändet. Auch das Bein haus des Friedhofs sei von den Tätern in der Nacht zum Donnerstag beschmiert worden, teilte Staatsanwalt Jean-Pierre Valensi in Arras mit. Auf dem Friedhof in der Nähe eines stark umkämpften Frontabschnitts des Ersten Weltkrieges liegen knapp 23 000 Soldaten verschiedener Nationalitäten. In einem Bereich waren 300 französische Soldaten islamischen Glaubens beerdigt worden, erklärte Valensi.

    Quelle: Neues Deutschland vom 20.04.2007 (nachzulesen auf Seite 8)

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