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Waffendepots im Irak ohne Bewachung, Personalprobleme

März 26, 2007

Meldung des britischen Herald vom Sonntag muß einmal mehr unweigerlich zu der Frage führen, ob die US-Besatzer im Irak tatsächlich daran interessiert sind, die Zahl der Angriffe und Anschläge zu verringern.

Unter Berufung auf einen Bericht des US-Rechnungshofs („Government Accountability Office“, GAO) heißt es dort, daß mindestens noch im vergangenen Oktober Waffendepots im Irak geplündert wurden, weil diese nicht bewacht wurden. „Tausende Tonnen“ militärischer Sprengstoffe als auch jene Granaten, die so häufig für den Bau der im Irak so tödlichen Bomben verwendet werden, seien ungehindert aus Depots des irakischen Militärs der Zeit vor dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der USA entwendet worden, so die GAO.

Als Grund hierfür wurde angegeben, daß nicht genügend Personal für die Bewachung dieser Depots zur Verfügung gestanden habe – angesichts von rund 150.000 regulären Besatzungssoldaten und zehntausenden Söldnern fällt es allerdings schwer, dieser Aussage zu folgen. Dem Bericht der GAO zufolge werden „unbewachte Standorte wahrscheinlich weiterhin terroristische Angriffe in der Region unterstützen“.

Der GAO zufolge sei es insbesondere deshalb nicht gelungen, Waffen und Munition zu sichern, da vor Kriegsbeginn angenommen worden sei, daß ein Widerstand der Bevölkerung nach der Eroberung ihres Landes unwahrscheinlich sei und daß das irakische Militär kapitulieren und anschließend weiterhin für die Sicherheit im Land sorgen würde. Nicht nur, daß durch die Auflösung des irakischen Militärs durch die Besatzer diese vorgebliche „Annahme“ ohnehin hinfällig wurde, es ist außerdem nunmehr über vier Jahre her, daß der Krieg gegen den Irak begann. Dies – und die selbst nach offizieller Darstellung über 3.200 getöteten US-Soldaten – sollte genügend Gelegenheit gegeben haben, festzustellen, daß es einen massiven Widerstand gibt – und es demzufolge sicherlich keine schlechte Idee wäre, Waffen- und Munitionslager zu bewachen, um ihre „Wiederverwendung“ zu verhindern.

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang zweifellos auch die Aussage, daß bisher 417.000 Tonnen Munition aus alten irakischen Beständen durch die Besatzer kontrolliert vernichtet worden sind, wäre es für eine zukünftige „unabhängige irakische Regierung“ doch ohne Zweifel kostengünstiger, diese bestehenden Vorräte zu nutzen, statt die Bestände durch Neukäufe – die mit größter Wahrscheinlichkeit in den USA erfolgen – wieder auffüllen zu müssen.

Interessant ist auch die Aussage eines Sprechers des Pentagons in diesem Zusammenhang. „Wir tun unser bestes, um Vorräte zu finden und zu zerstören, aber angesichts der Größe des Landes und den anderen Aufgaben der Koalition ist es eine große Aufgabe“, sagte er. Wenn das US-Militär binnen vier Jahren nicht in der Lage gewesen sein will, die ihm in die Hände gefallenen Unterlagen und Karten hinsichtlich der Lage von Militärdepots auszuwerten, so stellt sich die Frage, warum es immer wieder glaubt, berechtigterweise Wohnhäuser bombardieren zu können, weil darin Widerstandskämpfer „vermutet“ – und in Wahrheit immer wieder ganze Familien getötet – werden.

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