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Islamische Kunst: Kacheln verblüffen Mathematiker

Februar 24, 2007

islamischeIndizien belegen, dass die Geometrie in der islamischen Kunst des Mittelalters dem Westen mindestens ein halbes Jahrtausend voraus war.
In einem quasi periodischen Muster scheint das komplexe Kachelwerk der mittelalterlichen islamischen Architektur angelegt zu sein, berichten Peter J. Lu von der Harvard University und Paul J. Steinhardt von der Princeton University diese Woche im Magazin „Science“. Die Methode der Quasikristalle wurde von westlichen Mathematikern und Physikern erst in den 70er- und 80er-Jahren entdeckt.

Ausgeklügelte Werkzeuge

„Wir können nicht sicher sagen, was es bedeutet“, erklärt Peter J. Lu. „Es könnte der Beweis für eine wichtige Rolle der Mathematik in der mittelalterlichen islamischen Kunst sein, es könnte aber auch nur eine Methode der Handwerker gewesen sein, um ihre Arbeit zu vereinfachen.“ An einen Zufall glaubt Lu nicht. Er ist sich sicher: „Die Kultur war viel fortschrittlicher, als wir bisher glaubten.“

Die geometrisch hoch entwickelten Kachelmuster sind im Nahen Osten und Zentralasien ein ausgeprägtes Merkmal der islamischen Architektur des Mittelalters. Ausgeklügelte Werkzeuge sind nötig, um solch komplexe Ziegelmuster zu erstellen. Lu und sein Kollege Steinhardt gehen davon aus, dass die Künstler im Mittelalter Kacheln verwendeten, die aus Sets von jeweils fünf benachbarten Vielecken bestanden, jede mit einem eigenen dekorativen Linienmuster verziert.

Kompliziertes Design logisch erklärt

Eine Methode, die es ermöglicht, unbegrenzte Muster mit dekagonaler Symmetrie zu bilden, die sich nie wiederholen – auch bekannt als Quasikristalle. Sie kann genutzt worden sein, um beeindruckende Muster auf großen Gebäuden des mittelalterlichen Islam, wie den Moscheen in Isfahan (Iran) und Bursa (Türkei), den Koranschulen in Bagdad und den Schreinen in Herat (Afghanistan) und Agra (Indien) zu gestalten.

Neben Beispielen der mittelalterlichen Architektur konnte Lu die Methode der Quasikristalle auch auf Skizzen, entworfen in Persien im 15. Jahrhundert, nachweisen: „Wir finden umfassende Beweise, dass diese Methode über 500 Jahre in der islamischen Welt benutzt wurde“, sagt Lu.

 
(nil/Science)

quelle: http://www.focus.de

3 Kommentare leave one →
  1. März 1, 2007 12:48 am

    Sorry, hatte keinen Trackback gesenet… Kommt aber🙂

  2. März 1, 2007 11:36 am

    mensch.. die hatten echt was aufm kasten.. vorallem, das ist nur ein detail von so vielen!

Trackbacks

  1. gulap » Archiv » Islamische Künstler - Westliche Mathematiker: 1 - 0

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