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Hintergrund: Spirituelle Perfektion und Gemeinschaft

Februar 17, 2007

Gesichter einer Pilgerfahrt – Die Stufe des Ihsan kann nur im Verbund mit anderen erreicht werden

(iz)Der Vollzug einer von Allah anerkannten Hadsch kommt einer „Neugeburt“ gleich, heißt es in verschiedenen Überlieferungen. Es ist daher immer spannend und segensreich, Muslime nach Ihrer Hadsch zu treffen und sie von ihren Erfahrungen erzählen zu lassen. „Es war eine gemeinsame Reise“, berichtete der Direktor der Moschee in Granada, Hadsch Abdulhasib Castineira, über seine Erfahrungen von seiner diesjährigen Reise nach Mekka. Fast jedes Jahr sendet die Gemeinschaft in Granada eine Gruppe spanischer Muslime auf diese Reise. In diesem Jahr war die Gruppe besonders groß und wurde zudem von Teilnehmern aus Deutschland und Südafrika ergänzt.

Die spanischen Muslime, wie eigentlich alle Muslime, die in echter Gemeinschaft den Ritus vollziehen, grenzen sich von einem neuartigem Phänomen ab: dem religiös motivierten Individualtourismus. Hier kommt es auch schon einmal vor, dass Einzelgänger, ob alleine oder in betreuten Gruppen – im Stile von Pauschalreisenden – in Gesprächen etwa Unzufriedenheit über das „Preis-Leistungs-Verhältnis“ zeigen. Was diesem Typus des religiösen „Touristen“ beispielsweise entgeht, ist die traditionelle Art und Weise, die Hadsch in einer Gruppe zu vollziehen, die von einem Amir und von einem Imam begleitet wird, denn es gehört zu den Gepflogenheiten am Tage von ‘Arafat, den der Prophet, möge Allah ihn segnen und Frieden geben, zum Kernpunkt der Hadsch erklärte, dass die Hadschis einer Khutba (Ansprache) zuhören. Auch bedürfe es der Gruppe, um nicht durch materielle Beschwernisse vom Zweck der Hadsch abgelenkt zu werden.

Die Hadsch erklärt und manifestiert, so Castineira, die Eigenschaften des Ihsan – der Vollkommenheit. Denn Allah bestimmt im Qur’an die spirituelle Perfektion (Ihsan): „Und dient Allah und setzt Ihm nichts zur Seite; und seid gut zu den Eltern und zu den Verwandten, den Waisen, den Armen, dem Nachbarn, sei er verwandt oder aus der Fremde, dem Begleiter an der Seite, dem Sohn des Weges und zu dem (Sklaven), den ihr von Rechts wegen besitzt.“ (An-Nisa, 36)

Des Weiteren habe der Prophet Muhammad, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, uns erklärt, wie diese spirituelle Vervollkommnung, die das Ziel eines jeden wahrhaft muslimischen Leben ist, untrennbar mit dem normalen sozialen Leben verbunden ist. Vom Prophetengefährten ‘Abdullah ibn Salaam wurde überliefert, wie der Gesandte Allahs an diese Verbindung erinnerte. Demnach sollen wir den Menschen mit der Freundlichkeit begegnen, unsere Eltern ehren, die Waisen speisen, die Nachbarschaft respektieren und – erst als letztes Element – in der Nacht zum Gebet aufstehen.
www.islamische-zeitung.de

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