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Bombenanschlag in Iran – Kriegsbeginn?

Februar 17, 2007

Wie die iranische Nachrichtenagentur IRNA am Mittwoch meldete, wurde in der südiranischen Stadt Zahedan ein Bombenanschlag verübt. Erste Berichte sprachen von 18 getöteten Mitgliedern des Korps der iranischen Revolutionsgarden (IRGC), späteren Meldungen zufolge wurden 11 Menschen getötet und 13 weitere verletzt.

Bewaffnete Männer auf zwei Motorrädern hatten einem Augenzeugenbericht zufolge das Feuer auf einen IRGC-Bus eröffnet und ihn so zum Anhalten neben einem geparkten Wagen, in dem sich die Bombe befand, gebracht. Dann wurde die Bombe zur Explosion gebracht.

Zwar wurden auch schon in den vergangenen Jahren mehrfach Sprengsätze in jener Grenzregion zu Pakistan gezündet, diese hatten aber bei weitem nicht die nun gezeigte zerstörerische Wirkung und richteten sich auch vielmehr gegen zivile Ziele. Ein derartiger Angriff auf die Revolutionsgarden fordert eine massive Reaktion des iranischen Militärs hingegen geradezu heraus. In diesem Zusammenhang ist es sicherlich auch erwähnenswert, daß in der letzten Zeit mehrfach iranische Militärmaschinen abgestürzt sind, wobei teilweise hochrangige Militärs und wiederum Soldaten des IRGC getötet wurden.

Zahedan, die Haputstadt der Provinz Sistan ist weit von den bekannten, mit dem iranischen Atomprogramm verbundenen Orten wie Isfahan und Natanz entfernt, dies könnte andererseits aber auch alles andere als ein Zufall sein. Tatsächlich wäre diese Region des Irans mehr oder minder die einzige, in der im Falle eines Angriffs auf das Land keine eigenen Angriffe zu erwarten wären, da jenseits der Grenze zu Pakistan bisher keine US-Truppen zusammengezogen wurden. Die Entsendung von Truppenverbänden zur Bekämpfung von „Terroristen“ hätte im Falle eines bevorstehenden Angriffs also durchaus erwünschte Folgen, stünden diese Einheiten doch nicht unmittelbar zur Verfügung, um den Angriff abzuwehren.

Ohne Zweifel ist dieser Zusammenhang zum jetzigen Zeitpunkt rein spekulativ, andererseits gehört es durchaus zu erprobten militärischen Vorgehensweisen, im Vorwege eines Angriffs Sabotageakte und Anschläge zu verüben, um Verwirrung zu stiften und Kräfte zu binden. Einen überdeutlichen Hinweis in diese Richtung lieferte Hillary Mann, ehemalige Direktorin des Nationalen Sicherheitsrats für den Iran und Angelegenheiten des Persischen Golfs, im Newsweek-Leitartikel der Ausgabe vom 19. Februar dieses Jahres.

„Sie versuchen, so provokativ wie möglich zu sein und die Iraner dazu zu bringen, etwas zu tun, das die USA zwingen würde, zurückzuschlagen“, sagte sie.

Die zeitliche Nähe dieses Anschlags auf iranische Soldaten zu den öffentlichen Anschuldigungen der USA, der Iran unterstütze den Widerstand im Irak und sei so für den Tod zahlloser US-Soldaten verantwortlich, ist zweifellos bemerkenswert. Zwar hat die iranische Führung in diesem Fall bisher öffentlich mit keiner Silbe eine mögliche Verantwortung der USA in Betracht gezogen, andererseits würde dies gerade die von den USA beabsichtigte Reaktion erforderlich machen, so daß durchaus Gründe für ein zumindest öffentliches Verschweigen einer Urheberschaft des Anschlags durch die USA bestünden.

Letztlich werden die Ereignisse der kommenden Monate zumindest mehr Klarheit verschaffen, ob es sich hier nur um eine verbrecherische Tat handelte oder doch um die Vorbereitung eines weiteren völkerrechtswidrigen Angriffskrieges durch die USA. Letzte Gewißheit wird hier allerdings vermutlich erst die Geschichtsschreibung in einigen Jahrzehnten liefern können.

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