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Kleine Gründe für den Haß, Herrenmenschendenken im Irak

November 27, 2006

Für den Haß der irakischen Bevölkerung auf die Besatzer gibt es zweifellos zahllose Gründe. Diese reichen von den unzähligen Kriegsverbrechen und der Folterung von Gefangenen über das brutale Vorgehen bei „Offensiven“ wie beispielsweise im Fall der Stadt Fallujah bis hin zu den durch den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg und anschließenden Besatzung verursachten bisher etwa 650.000 Toten und den katastrophalen Folgen der auf Betreiben der USA verhängten Sanktionen für die irakische Bevölkerung.<!–more–>

Häufig ist es aber gerade das alltägliche Verhalten der Besatzungssoldaten gegenüber den Bewohnern des Landes, das den Willen zum Widerstand wachhält.

Vor etwas mehr als zwei Monaten wurde im Internet eine Videoaufnahme (Flash-Format, aber auch abspielbar beispielsweise mit VLC) veröffentlicht, die einen solchen Vorfall zeigt. Darin ist ein US-Soldat zu sehen, der von der Ladefläche eines offenen Lastwagens aus irakischen Kindern mit einer Wasserflasche zuwinkt, als wolle er sie ihnen geben. Die Kinder laufen daraufhin dem fahrenden Militärfahrzeug hinterher. Weder gibt der Soldat den Kindern die Wasserflasche noch hält das Fahrzeug an. Vielmehr laufen die Kinder über eine Strecke von mehreren hundert Meter dem Lastwagen hinterher, bevor der Soldat die Flasche schließlich aus dem fahrenden Lastwagen auf die Straße fallen läßt.

Der Soldat mit der Wasserflasche aber auch jener, der diesen Vorfall filmte hätten sicherlich kaum eindeutiger belegen können, für wie unwichtig sie die Beachtung der Menschenwürde von Irakern erachten. Es ist eine Verhaltensweise, die nur zu genau in das Südafrika von vor 20 Jahren oder die US-Südstaaten von vor 200 Jahren passen würde. Auch wenn es sich hier bei den unmittelbar Betroffenen nur um Kinder handelte, so haben auch sie Brüder, Väter und Onkel – ganz ungeachtet der Tatsache, daß auch sie selbst eines tages so weit herangewachsen sein werden, daß sie selbst zur Waffe greifen können.

Ein solches Verhalten muß insbesondere in einem Land, daß noch derart stark wie der Irak von in Begriffen wie „Familienehre“ geprägt ist, praktisch zwangsläufig zu entsprechenden Reaktionen der Menschen führen.

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