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Klarer Standpunkt Henry Kissingers, „Sieg“ im Irak unmöglich

November 22, 2006

Wie AP am Sonntag berichtete, hat der frühere US-Außenminister Henry Kissinger in einem Fernsehinterview des britischen Senders BBC keinen Zweifel daran gelassen, daß er einen „Sieg“ im Irak mittlerweile für nicht mehr möglich erachtet.

„Wenn Sie mit ‚militärischem Sieg‘ eine irakische Regierung meinen, die eingesetzt werden kann und deren Einfluß sich über das ganze Land erstreckt, die den Bürgerkrieg unter Kontrolle bringt und religiös motivierte Gewalt unter Kontrolle bringt – in einem Zeitraum, in dem die politischen Prozesse der Demokratien dies unterstützen werden – ich glaube nicht, daß das möglich ist“, sagte er.

Kissingers klarer Standpunkt – auch wenn er sich außerdem gegen einen sofortigen Abzug aus dem irak aussprach – kommt zu einem Zeitpunkt, da der britische Premierminister Tony Blair in einem Interview des Fernsehsenders Al-Jazeera offen zugegeben hat, daß der Krieg gegen den Irak eine „Katastrophe“ ist. Blairs Aussage wurde durch den Versuch seines Sprechers, diese herunterzuspielen, sicherlich nicht abgemildert. „Er glaubt nicht, daß eine demokratisch gewählte Regierung im Irak eine Katastrophe ist, er glaubt nicht, daß daß es eine Katastrophe ist, Saddam losgeworden zu sein, aber er gibt zu, daß daß es Schwierigkeiten gibt und er versucht nicht, sie herunterzuspielen“, so Blairs Sprecher.

Die Erkenntnis, daß es sich bei dem Krieg gegen den Irak um einen nicht gewinnbaren Krieg handelt, hat sich also nicht nur bis in höchste Stellen durchgesetzt, dies wird mittlerweile sogar offen zugegeben – auch wenn teilweise anschließend noch versucht wird, den Anschein eines „Erfolges“ zu wahren. Hier liegt denn auch der eigentliche Nachrichtenwert dieser Aussagen, die zweifellos nicht zufällig gefallen sind. Die Vermutung, daß hier einerseits Bestrebungen sichtbar werden, sich einerseits von der US-Position der „erfolgreichen Mission“ abzusetzen, andererseits die Bevölkerung auf eine Niederlage vorzubereiten, ist sicherlich naheliegend.

Tatsächlich ist die steigende Zahl kritischer Medienberichte hinsichtlich der Lage im Irak und der Erfolgsaussichten der Besatzung kaum zu übersehen, so daß dies möglicherweise nur die ersten hochrangigen Politiker der Besatzungsmächte sind, die die Zeichen der Zeit erkannt haben und „das sinkende Schiff“ verlassen.

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