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Lautstarkes Schweigen, Beit Hanoun, Symbol des „Neuen Mittleren Ostens“

November 18, 2006

Beit Hanoun palestineAbdul-Rahman Alawi für den Koordinationsausschuß der PLO-Fraktionen in Deutschland

Ist das der „Neue Mittlere Osten“, den die amerikanische Außenministerin Condoleezza Rice im Juli dieses Jahres, zu Beginn des Libanon-Krieges, angekündigt hat?: Beit Hanoun.
Raketen auf die palästinensische Zivilbevölkerung – „Heldentaten“ der „einzigen Demokratie“ im Mittleren Osten, des Boten der westlichen zivilisierten Welt.

Gerade erst entsendeten die drei großen europäischen Staaten (Deutschland, Frankreich und Italien) ihre Truppen und Flotten in die Region, um Israel, die dort bei weitem stärkstaufgerüstete Militärmacht, zu schützen. Nach der eskalierten Gewalt und des staatlichen Terrors der israelischen Armee in Gaza muss Europa wohl seine Truppen verstärken, um Israels Südflanke zu schützen. Denn Gewalt und Terror der Israelis erzeugt unweigerlich Gegengewalt!

Es sei daran erinnert, daß der Gaza-Streifen 39 Jahre lang von Israel völkerrechtswidrig besetzt gehalten wurde und seit der Räumung der jüdischen Siedlungen letztes Jahr in das weltgrößte Freiluftgefängnis umgewandelt worden ist. Israel schert sich nicht um UN-Resolutionen und keine westliche Macht verlangt von Israel die Einhaltung des Völkerrechts; man übt sich im Wegsehen.

Beit Hanoun, Symbol des amerikanischen „Neuen Mittleren Ostens“, das zynische barbarische Massaker, das feige Morden von schutzlosen Kindern und Frauen, ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Sechs Tage lang töteten israelische Einheiten in Beit Hanoun über 60 Menschen, doch die ach so „zivilisierte Welt“ schaut tatenlos zu. „Am siebten Tag sollten sie ruhen“. Aber nein, der Abschluß der Operation „Herbstwolke“ wurde mit der Ermordung von 21 Menschen – 10 Kinder, 8 Frauen und 3 Männer – „gekrönt“.
Der israelische Premierminister Olmert versucht das Verbrechen kleinzureden: ein technischer Fehler. Nein, Olmert lügt. Israels Terror gegen Zivilisten hat Methode und das Schweigen der Weltgemeinschaft verleiht Israel die Lizenz zum Töten: Genau vor 50 Jahren, im Oktober 1956, am Vorabend des von Israel, Frankreich und Großbritannien geführten Angriffskrieges gegen Ägypten massakrierte die israelische Armee in Kafr Qassem 50 palästinensische Bürger, 1982 das Gemetzel in Sabra und Shatila über 3.000 Tote; 1990 das Massaker in der Al-Aqsa-Moschee 29 Tote, 1948 Deir Yassin 254 Tote und Tantura über 200 Tote…

Die friedliebende Bundesrepublik Deutschland verschenkt an Israel Kriegsmaterial (Militärfahrzeuge und atomar bestückbare U-Boote) und jetzt entsendet Deutschland sogar Soldaten zum Schutz Israels. Die deutschen Verbrechen und der Völkermord an den Juden vor über 60 Jahren lassen sich nicht als Alibi mißbrauchen; sollen etwa die Palästinenser diese Schuld tilgen? Gerade angesichts der historischen Verantwortung Deutschlands dürfen sich die Deutschen nicht wieder wegducken, sie dürfen angesichts des Unrechts, das dem palästinensischen Volk widerfährt, nicht lautstark schweigen.

Deutschland muß endlich seine Politik überdenken. Einseitigkeit gegenüber Israel trägt zur Fortsetzung der israelischen barbarischen Besatzung und Unrecht gegen das palästinensische Volk bei. Der Schulterschluß der deutschen Außenpolitik mit der israelischen Regierung und der amerikanischen Politik wird Gewalt und Terror im Mittleren Osten nicht eindämmen. Erlebtes Unrecht gebärt neues Aufbäumen, schafft aber keinen Frieden.

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