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Menschenrechtsorganisation vermutet Kriegsverbrechen, Israelische Mörder?

November 15, 2006

Einem Bericht der israelischen Menschenrechtsorganisation B’Tselem vom Montag zufolge sind vermutlich zwei wehrlose Palästinenser von israelischen Soldaten kaltblütig erschossen worden.

Ein Sprecher des israelischen Militärs hatte nach einem Einsatz am vergangenen Mittwoch erklärt, bei einem gemeinsamen Einsatz des Militärs und des israelischen Inlandsgeheimdienstes Shabak – auch bekannt als Shin Bet – seien fünf „Terroristen“ erschossen worden. Genauere Angaben zu den Umständen ihres Todes wurden nicht gemacht, es wurde nur erwähnt, daß bei einer Durchsuchung des Ortes Waffen und Munition gefunden worden seien.

Eine von B’Tselem durchgeführte Untersuchung läßt allerdings vermuten, daß mindestens zwei der getöteten Palästinenser in Wahrheit ermordet wurden.

Mitglieder der Familie Kabala in Al-Yamun bezeugten, daß Salim Abu al-Heijah und Mahmoud Abu Hassan gegen 01:30 Uhr in der Nacht an die Tür ihres Hauses geklopft hatten. Sie wurden von den Israelis gesucht und waren beide verwundet. Daraufhin wurden sie in das Haus geführt, ihre Wunden versorgt und mit Decken zugedeckt.

Nach etwa 20 Minuten hielt ein Geländewagen des israelischen Militärs vor dem Haus. Die Soldaten waren eine Blendgranate und forderten die Bewohner des Hauses über einen Lautsprecher auf, das Tor zum Innenhof zu öffnen. Der Vater der Familie öffnete das Tor und die Soldaten befahlen der Familie, aus ihren Zimmern zu kommen und sich im Innenhof zu versammeln. Alle Familienmitglieder setzten sich im Innenhof mit dem Gesicht zum zur Straße führenden Tor gerichtet hin.

Zu diesem Zeitpunkt lag Abu al-Heijah auf der Schwelle zu einem Zimmer, sein Oberkörper in dem Zimmer. Er war am Oberschenkel verwundet. Abu Hassan, der eine Bauchwunde hatte, lag ihm gegenüber in dem Innenhof.

Drei Soldaten betraten den Innenhof, traten über Abu Hassan hinweg und gingen in das Zimmer, in dem Abu Heijah lag. Nach ein oder zwei Minuten hörten die Familienmitglieder ein oder zwei Schüsse. Es stellte sich später heraus, daß Abu Heijah hiervon getroffen und getötet worden war. Unmittelbar danach sahen zwei Familienmitglieder, Bashar und Muhand Kabala, wie ein Soldat Abu Hassan erschoß. Mohand sah den aus dem Zimmer ragenden Gewehrlauf und wie die Kugel Abu Hassan traf, während Bashar das Mündungsfeuer des Gewehrs sah.

Die B’Tselem-Untersuchung kommt zu dem Schluß, daß beide Männer von Soldaten „hingerichtet“ wurden, während sie verwundet und unbewaffnet am Boden lagen und keinerlei Gefahr für die Soldaten darstellten. Dieser Vorwurf wird dadurch gestützt, daß die beiden Palästinenser von den Soldaten nicht unmittelbar nach Betreten des Hauses erschossen wurden und sie weder durchsucht noch gefesselt wurden, was darauf hindeute, daß die Soldaten sie nicht als Gefahr betrachteten.

Die Tötung der Männer in einer solchen Situation würde zweifellos ein schwerwiegendes Kriegsverbrechen darstellen.

Zwar beruhen diese Vorwürfe letztlich auf den Aussagen der Familie Kabala – die allerdings auch mit Aussagen der gerufenen Sanitäter übereinstimmen – andererseits hat B’Tselem bereits im Mai des vergangenen Jahres einen Bericht veröffentlicht, der vier Operationen israelischer Soldaten zur Verhaftung von Palästinensern untersuchte. Dabei kam die Organisation zu dem Schluß, daß sich die Soldaten eher verhalten hatten, als würden sie Attentate denn Operationen zur Gefangennahme von Verdächtigen durchführen. In einem Fall erschossen Soldaten einen Mann, der sich bereits mit erhobenen Händen ergeben hatte. In einem anderen erschossen sie einen Mann, der bereits verwundet worden war und unbewaffnet am Boden lag.
http://www.freace.de

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