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Eine Bomben-Truppe, Gedanken zum Einsatz der Bundesmarine vor der Küste des Libanons

November 9, 2006

Walter Bornholdt, Oberleutnant zur See a.D. (VM)
Da schippert eine kleine Flottille deutscher Boote vor der Küste des Libanon herum, um gemeinsam mit anderen Nationen den Waffenschmuggel in den Libanon zu verhindern. An sich schon ein Witz, denn welcher Kapitän eines relevanten Schiffes, von Sportbooten und einheimischen Fischkuttern einmal abgesehen, setzt seine Lizenz lebenslang aufs Spiel? Auf den bis vergangenen Donnerstag kontrollierten 31 Schiffen ist demzufolge auch nichts zu finden gewesen. Das interessante ist auch einmal festzustellen, wie eine solche Kontrolle mit dem vorhandenen Material der deutschen Marine ablaufen müßte. Zuerst zum Material:

Schnellboote sind aufgrund ihrer Konstruktion und des Decksaufbaus gar nicht in der Lage, Prisen- (Enter-) Kommandos abzusetzen. Die Aufstellung der Decksbewaffnung bietet keinen Platz für Schlauchboote zum Übersetzen. Und bei dem zu dieser Jahreszeit vorherrschenden Seegang ist ein Nachschleppen unmöglich, aber auch generell sinnlos.

Die dort eingesetzten Fregatten sind Lenkwaffen-Boote und offensichtlich mittelfristig für andere Aufgaben vorgesehen. Laut Merkel zum Schutz Israels! Sicher zur Flankendeckung Israels bei weiteren militärischen Überfällen.

Die Prisenkommandos müßten, laut Ex-General Reinhardt und anderen Chargen, mit Lynx-Bordhubschraubern abgesetzt werden. Bei größeren Gruppen müssen sie damit 2 Mal fliegen. Alles in allem ein etwas zweifelhaftes Unternehmen. Technisch gesehen gibt es andere Probleme, die sich beim Einsatz unserer Boote in südlichen Gewässern immer wieder aufzeigten. Besonders Schnellboote sind da gefährdet. Die Kühlanlagen der Schiffe verarbeiten das tendenziell wärmere und salzhaltigere Wasser auf Dauer nicht. Die Maschinentemperaturen werden durch die sich zusetzenden Rohre mit weniger kälterem Salzwasser im äußeren Kreislauf kaum zu senken sein. Das trifft auch unsere Fregatten, dort ist der Durchmesser der Ansaugrohre allerdings etwas größer und es geht länger gut, was der Einsatz am Horn Afrikas zeigt.

Am vergangenen Freitag stellte sich dann „nebenbei“ heraus, daß noch nicht ein Schiff von einer deutschen Einheit kontrolliert wurde – wohl wegen der technischen Unzulänglichkeiten. Das sagte Minister Jung aber nicht, dem führte man turnerisch einwandfreie Absetzmanöver von Marinesoldaten aus Hubschraubern vor. Das macht ja Spaß – zuschauen meine ich!

http://www.freace.de

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