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Immer mehr Menschen fliehen aus Irak, Lautlose Entvölkerung

November 5, 2006

Schon die kürzlich in der Zeitschrift Lancet veröffentlichte Studie, die zu dem Schluß kommt, daß im Irak infolge des völkerrechtswidrigen Angriffskriegs gegen den Irak bisher bereits über 650.000 Menschen ums Leben gekommen sind, läßt die Folgen für die irakische Gesellschaft erahnen, betrug die Zahl der Bevölkerung des Landes im Juli 2002 doch insgesamt rund 24 Millionen.

Rund 2,5 Prozent der Bevölkerung vor Beginn des Krieges wurden also rechnerisch durch die Folgen des Krieges getötet.

Am Freitag nun veröffentlichte das Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) einen Artikel, in dem vor den Folgen der wachsenden Zahl von Flüchtlingen sowohl innerhalb des Iraks als auch in das umliegende Ausland gewarnt wurde.

Demnach wird die Zahl der innerhalb des Iraks geflüchteten Menschen auf 1,6 Millionen und die Zahl jener, die ins Ausland geflohen sind, auf 1,8 Millionen geschätzt. Ursprünglich hatte das UNHCR vor Beginn des Krieges nur mit bis zu 600.000 Flüchtlingen gerechnet und hierfür ein Budget von 154 Millionen US-Dollar veranschlagt. Trotz der tatsächlichen Flüchtlingszahlen hat das UNHCR nun nur ein Budget von 29 Millionen US-Dollar, von denen außerdem nur 60 Prozent finanziert sind. „Wir mußten bereits eine Reihe von kritischen Aktivitäten vorübergehend einstellen“, sagte der UNHCR-Sprecher Ron Redmond.

Die Zahl der Flüchtlinge steigt dabei weiter stark an. Nach Erhebungen des UNHCR flüchten jeden Tag etwa 2.000 Menschen aus dem Irak nach Syrien und 1.000 weitere nach Jordanien, zusammen also rund 100.000 Menschen pro Monat. Die Grenzen zu Syrien und Jordanien machen nur etwa ein Viertel der gesamten Landesgrenzen des Iraks aus. Außerdem grenzt der Irak noch an die Türkei, den Iran, Saudi-Arabien und Kuwait. Es ist also davon auszugehen, daß die monatliche Gesamtzahl der aus dem Irak ins Ausland fliehenden Menschen noch weitaus höher liegt.

Zusammen mit den Getöteten hat die irakische Gesellschaft durch die bisher ins Ausland geflohenen Menschen also bereits rund 10 Prozent der Bevölkerung – ausgehend von den Zahlen aus dem Jahr 2002 – durch den Krieg der USA gegen den Irak verloren.

Bemerkenswert ist hier, daß dieser Umstand offenbar vertuscht werden soll. So wurde die Wachstumsrate der irakischen Bevölkerung 2002 mit 2,82 Prozent und ihre Gesamtzahl mit 24.001.816 angegeben. Vier Jahre später im Jahr 2006 läge die irakische Bevölkerung von dieser Wachstumsrate ausgehend also bei rund 26,8 Millionen Menschen. Obwohl in diesem Zeitraum mindestens 2,5 Millionen Menschen aus dem Irak geflohen oder durch den Krieg und seine Folgen getötet worden sind, gibt die CIA auf ihrer Website „World Factbook“ – auf die sich zahllose Medien in Berichten stützen – die irakische Bevölkerung für Juli 2006 mit 26.783.383 Menschen und die Wachstumsrate mit 2,66 Prozent an. Diesen Zahlen zufolge hätte der Angriffskrieg und die Besatzung also praktisch keinerlei Auswirkung auf die Entwicklung der irakischen Bevölkerungszahl gehabt. Vorgeblich hat sich sogar die durchschnittliche Lebenserwartung innerhalb dieser vier Jahre des Krieges und der Besatzung von 67,38 auf 69,01 Jahre verbessert.

Selbst die CIA gesteht auf ihrer Website allerdings einen deutlichen Rückgang der Fruchtbarkeitsrate von 4,63 auf 4,18 Kinder pro Frau zu – was angesichts der katastrophalen Versorgungs- und Sicherheitslage im Irak kaum verwundern kann.

Einmal mehr lassen diese Zahlen nur den Schluß zu, daß die Menschen durch die US-Regierung ganz bewußt über die wahren Folgen des Irakkriegs getäuscht werden sollen.

http://www.freace.de

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