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US-Soldaten erschießen vier Feuerwehrleute, Irrtum in Zeiten des Krieges

Oktober 31, 2006

Schon im April hatte der US-Refusenik – andere würden von einem Deserteur sprechen – Joshua Key berichtet, es sei im Irak die Grundeinstellung gewesen, „einfach zu schießen und später Fragen zu stellen“. Eine AFP-Meldung vom Dienstag bestätigt diese Aussage ein weiteres Mal.

Demnach haben US-Soldaten einer Erklärung des Hauptquartiers des US-Militärs zufolge am Montag in der westirakischen Stadt Fallujah vier Feuerwehrleute erschossen.

„Nachdem sie die Meldung erhielten, daß ein Feuerwehrauto und seine Besatzung gerade entführt worden waren, hielten sie ein Feuerwehrauto an, auf das die Beschreibung zutraf“, so die Erklärung. Als die unbewaffneten Feuerwehrleute aus dem Fahrzeug ausstiegen, wurden sie von den US-Soldaten erschossen. Vorgeblich „verwechselten“ sie die Feuerwehrleute mit Widerstandskämpfern.

„Die als Rebellen Verdächtigten waren tatsächlich Feuerwehrleute im Einsatz. Die Nummer des Feuerwehrautos entsprach nicht jener des entführten Fahrzeugs. Alle vier Feuerwehrleute, die aus dem Fahrzeug ausstiegen, starben“, so die Erklärung weiter. „Minuten später wurde ein weiteres Feuerwehrauto gesichtet, das in der Nähe anhielt. Die Insassen flohen. Es wurde festgestellt, daß die Nummer dieses Fahrzeugs jener des entführten Fahrzeugs entsprach.“

Schon die hier aufgestellte Behauptung, irakische Widerstandskämpfer hätten ein Feuerwehrauto samt Besatzung entführt, erscheint bei genauerer Betrachtung sicherlich wenig glaubwürdig. Selbst, wenn man annähme, dies entspräche den Tatsachen und man weiterhin annähme, die US-Soldaten hätten tatsächlich geglaubt, jenes „entführte“ Fahrzeug vor sich zu haben, so könnte ihr Vorgehen trotzdem nur als Kriegsverbrechen bezeichnet werden.

Die aussteigenden Personen – gleichgültig, ob es sich nach Ansicht der feuernden US-Soldaten um Widerstandskämpfer handelte – stellten angesichts des Fehlens von Waffen ganz offensichtlich keine Gefahr für die Soldaten dar. Hätte es sich um Widerstandskämpfer gehandelt, so hätte dies zweifellos bedeutet, daß sie sich ergeben wollten. Erschwerend kommt hier hinzu, daß vorgeblich auch die Besatzung des Feuerwehrautos entführt worden war. Die Vermutung, daß es sich bei den Aussteigenden um „freigelassene Geiseln“ handelte, wäre also zweifellos äußerst naheliegend gewesen.

„Ermittlungen“ des US-Militärs in anderen derartigen Fällen haben gezeigt, daß von dieser Seite kaum eine wirkliche Aufklärung der wahren Umstände des Todes dieser Feuerwehrleute zu erwarten ist. Was allerdings zu erwarten ist, ist einmal mehr der Eintritt ihrer Brüder, Väter und Freunde in den irakischen Widerstand.

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