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Panik angesichts einiger Photos, Künstliches Entsetzen

Oktober 31, 2006

Am Mittwoch war die Aufregung in Deutschland angesichts einiger von der „Bild“ veröffentlichter Photos groß, Diese zeigten deutsche Soldaten in Afghanistan bei der „Schändung“ eines oder einer Toten.

Tatsächlich sind die Bilder alles andere als harmlos, zeigen sie doch, daß jene Soldaten, die dumm genug waren, ihr Verhalten photographisch festzuhalten, keinerlei Respekt vor dem Leben von Menschen haben. Es scheint allerdings wenig wahrscheinlich, daß hier zwei solche Verhaltensweisen – die Dummheit des selbstgefertigten Belastungsbeweises und derartiges Verhalten – zufällig zusammentreffen, ohne daß es häufigeres Auftreten einzelner derartiger Verhaltensweisen gäbe.

Daß das Verhalten der Soldaten absolut zu verurteilen ist, steht zweifellos außer Frage. Fragwürdig erscheinen allerdings die Hintergründe dieses Verhaltens und die plötzliche Empörung der Medien.

Seit vielen Jahren – schon im Krieg gegen den Kosovo vor nunmehr zehn Jahren wurde das deutsche „Kommando Spezialkräfte“ (KSK) vor den regulären Truppen eingesetzt, wie ein ehemaliger Bundeswehr-Soldat gegenüber Freace berichtete – werden deutsche Soldaten in gegenüber der Bevölkerung geheimgehaltenen Missionen eingesetzt. Nicht nur, daß dies bei den eingesetzten Soldaten fast zwangsläufig den Eindruck erwecken muß, sie stünden „über dem Gesetz“, es stellt sich hier auch die Frage, warum es die betreffenden Regierungen von Beginn an für geboten halten, diese Einsätze geheimzuhalten.

Die Antwort hierauf kann letztlich nur lauten, daß den Regierungspolitikern entweder sehr wohl bewußt ist, daß sie hier gegen den Willen der Mehrheit des Volkes – und des Grundgesetzes – handeln oder zumindest illegale Handlungen der Soldaten bereits im Vorwege vertuscht werden sollen – was einer Planung derselben gleichkäme.

Ein Blick auf das Verhalten von an den Krieg, in denen KSK-Soldaten eingesetzt werden, betiligten US-Soldaten und deren häufige „Skandale“ zeigt überdeutlich die Folgen dieser Kriege auf die eingesetzten Soldaten auf.

Letztlich kann die – grundsätzlich ohne jeden Zweifel berechtigte – Empörung über die „Totenschändung“ – zutreffender wäre hier zweifellos der weniger sensationell klingende Vorwurf der „Störung der Totenruhe“, war der- oder diejenige doch offensichtlich seit Jahren tot – nur als Feigenblatt für die Folgen der Beteiligung deutscher Soldaten an Kriegen „zur Verteidigung Deutschlands am Hindukusch“ angesehen werden.Insbesondere der Einsatz in Afghanistan – also die Beteiligung an einem offenen Angriffskrieg, auch wenn die völkerrechtswidrig mit Hilfe der Vereinten Nationen zugunsten der USA unter den Deckmantel der erlaubten „Verteidigung“ gehüllt wurde – an der Seite von US-Spezialeinheiten, wobei schon reguläre US-Soldaten immer wieder ihre Rücksichtslosigkeit unter Beweis stellen, läßt kaum Spielraum für Verwunderung über die nun veröffentlichten Bilder.

Bemerkenswert ist hier zweifellos die allgemeine Empörung über den Umgang mit einem Totenschädel angesichts des allein in Afghanistan seit Jahren andauernden Umgangs mit der Bevölkerung. Immer wieder dringen Berichte über die Bombardierung oder anderweitige „versehentliche“ Tötung von Zivilisten an die Öffentlichkeit, ohne auch nur entfernt ähnliche Reaktionen hervorzurufen. Daß derartige Vorfälle bisher nicht direkt mit deutschen Soldaten in Verbindung gebracht wurden dürfte dabei vorrangig der die KSK-Soldaten begleitende Geheimhaltung geschuldet sein. Spätestens angesichts nun geäußerter „Befürchtungen“ einer „erhöhten Anschlagsgefahr“ infolge von „Rachegedanken“ aufgrund dieser Bilder offenbart sich hier eine grundlegende Heuchelei. Sollte es in der afghanischen Bevölkerung „Rachegedanken“ gegenüber Deutschland geben, so existieren diese zweifellos vorrangig aufgrund der deutschen Beteiligung am US-geführten Angriffskrieg und der fortgesetzten Zerstörung, Besatzung und Unterdrückung ihres Landes.

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