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Republik contra Religion

Oktober 28, 2006

http://www.zeit.de/2006/33/Tuerkei?page=all
In der Türkei ist das Tragen von Kopftüchern in öffentlichen Gebäuden verboten. Doch ein selbstbewusster Islam fordert nun Freiheiten, die der misstrauische Staat nicht gewähren will. Reise in ein zerrissenes Land. Von Charlotte Wiedemann

Als die Mädchen die Polizisten sehen, öffnen sie ihre Kopftücher. Sie tun es langsam und widerwillig, sie wollen nicht provozieren, aber sich auch nicht vorzeitig unterwerfen. Es sind noch drei Meter bis zum Portal

Später hat sie im Fernstudium einen Abschluss in Business Administration gemacht, kürzlich gründete sie eine Interessenvertretung für Zahntechniker. Zum Heiraten hatte sie noch keine Zeit. Eine emanzipierte, moderne Frau. Aber das alles zählt nicht. Wie zum Beweis beugt sich in diesem Moment eine elegante alte Dame über den Tisch des Cafés und zischt Emine an: »Du bist kein Kind der Republik!«

Was für ein Satz! Plötzlich wird dieses idyllische Café im Hof einer ehemaligen osmanischen Koranschule zur politischen Bühne: Kemalisten gegen Religiöse. Die alte Dame hatte Emines Erzählung mitgehört, war immer näher herangerückt, ihre Empörung, muss sie geglaubt haben, gebe ihr das Recht dazu, ein Perückenmädchen verdiene keine Privatsphäre. Die alte Dame hat gefärbtes Haar und lackierte Fingernägel. Sie weiß die Moderne auf ihrer Seite und Atatürk und hilfsweise noch ihren Sohn. Dieser sekundiert mit Lektionen über die Verfassung. Emine bleibt gelassen, sie hat so etwas schon oft erlebt. Sie sagt nur: »Ich bin wie Sie eine Bürgerin dieses Staates.«

Es folgt ein zweiter Akt auf der kleinen Bühne. Kaum ist die Kemalistin gegangen, tritt ein unverschleiertes Mädchen auf, mit nackten runden Armen und knappem Ringelshirt. Nagihan, 20, erzählt: »Als ich Studentin wurde, habe ich das Kopftuch ganz abgenommen. Erst habe ich jeden Tag geheult. Dann bin ich ins andere Extrem gekippt, bin im Bikini an den Strand gegangen, habe aufgehört, den Koran zu lesen. Jetzt finde ich langsam einen Mittelweg. Ich fühle mich schlecht, weil ich nicht so lebe, wie ich eigentlich leben will.«

Geschichten, wie man sie an einem einzigen Vormittag sammeln kann. Mit ihren Schuldgefühlen und Gewissenskonflikten zahlen die jungen Frauen den Preis dafür, dass es in der Türkei kein Einvernehmen gibt in einer sehr grundlegenden Frage: Wie viel sichtbare Religiosität kann ein säkularer Staat akzeptieren? Und wie viel Religionsfreiheit muss Demokratie gewähren?

Die obersten Richter reklamieren für sich, sie verteidigten die Republik gegen deren radikalste Feinde. Tatsächlich ignorieren sie den Willen einer Mehrheit staatstreuer Bürger. Drei Viertel der Türken sagen in Umfragen, Studentinnen sollte das Kopftuchtragen erlaubt werden. Darunter sind viele, die es selbst nie tragen oder bei ihren Töchtern missbilligen würden. Die Bevölkerung scheint toleranter als die säkularen Eliten, die sich seit Atatürks Zeit gern als Erzieher eines unreifen Volkes begreifen. Und die staatliche Religionsbehörde betrachtet das Kopftuch sogar als religiöse Pflicht – sie darf das nur nicht zu laut sagen, denn die Religion hat sich nicht in die Politik einzumischen.

An der verfahrenen Lage konnte die Parlamentsmehrheit von Premierminister Recep Tayyip Erdoğan und seiner AKP, der moderat islamischen Gerechtigkeits- und Fortschrittspartei, nichts ändern – und auch dies verstärkt die Spannungen. Religiöse AKP-Wähler sind enttäuscht, andererseits klagen säkulare Türken über eine wachsende Islamisierung. Nur eine andere Rechtsprechung des Verfassungsgerichts könnte die Tür zur Reform des erstarrten Staatssäkularismus öffnen. Darum konzentriert sich der Machtkampf nun auf dessen Festung, das Amt des Staatspräsidenten – denn er ernennt die Verfassungsrichter. Der nächste Präsident wird im Frühjahr gewählt.

Vor den mächtigen Säulen von Atatürks Mausoleum in Ankara versammelte sich kürzlich das gesamte Spitzenpersonal von Justiz, Militär und Staatsdienst zur demonstrativen Verteidigung der Republik. Ein hoher Richter war erschossen worden, nachdem er Lehrerinnen das Kopftuch sogar auf dem Weg zur Schule verboten hatte. Aber war der Mörder wirklich ein religiöser Fanatiker? Oder ein gedungener Provokateur? Spuren weisen in verschiedene Richtungen, aber die Reflexe in Medien und Öffentlichkeit sind eingespielt, lassen wenig Zwischentöne zu.

Das Fieber steigt; zwischen Regierung und Armee wachsen die Spannungen, der neue Generalstabschef gilt als Hardliner. Und manche Gerichtsurteile lassen sich nur politisch deuten, so grob missachten sie die Persönlichkeitsrechte verschleierter Frauen. Wenn eine Lehrerin privat ein Kopftuch trägt, kann sie keine Schulleiterin werden: Sie tauge nicht zum Vorbild. Die Entsendung eines Religionslehrers ins Ausland wurde widerrufen, weil seine Frau Kopftuch trägt. Um ihre Karriere nicht zu gefährden, lassen sich manche Staatsbedienstete auf Empfängen von einer Ersatzfrau begleiten und geben sie als Gattin aus.

Einer jungen Historikerin, die in Istanbul eine Ausstellung über Frauengestalten der osmanischen Zeit machen möchte, wird geraten, ihr Kopftuch auszulegen. Dann fände sie eher Sponsoren.

Vielleicht spiegelt sich in der Missachtung der Kopftuchfrauen der verzweifelte Versuch, zu verdrängen, wie sehr sich die Türkei verändert hat – oder diese Veränderung als eine Verschwörung zu interpretieren, also als etwas, was aufzulösen, rückgängig zu machen sei. Das Gesicht der Türkei wird islamischer, Jahrzehnte der Zuwanderung aus Anatolien haben die westliche, städtische Türkei ärmer und religiöser gemacht – also gerade jenen Landesteil, den Atatürks Reformen am meisten prägten. Für die Säkularisierung war damals vor allem die urbane Mittelklasse empfänglich. Aber Istanbul ist heute zehnmal größer als 1920, die Alteingesessenen sind längst in der Minderheit.

Die jungen Schicken tragen einen Schal aus kirschroter Seide

Von den 72 Millionen türkischen Muslimen bezeichnen sich 97 Prozent als gläubig; allerdings betet jeder Zweite allenfalls einmal pro Woche. Viele Türken hängen einem volkstümlichen Islam an, der Elemente von Heiligenverehrung und auch von Aberglauben enthält. Samstags drängen sich in Istanbul Menschen aller Schichten am Grab von Eyüp, einem Zeitgenossen des Propheten. Gebete sollen hier besonders wirksam sein. Familien bringen kleine Jungen her, bevor sie beschnitten werden. Verkleidet wie Sultane, rüsten sie sich an der Pforte zur Männlichkeit mit einem Plastikschwert. Es ist die Kopie eines osmanischen Rituals: Die großen Sultane kamen zur Weihe des Schwerts an Eyüps Grab. Das Beispiel zeigt, wie weit sich das Volk kemalistischer Sittenstrenge entzogen hat. Alles Osmanische war lange als reaktionär verpönt, die Jungen trugen Uniform zur Beschneidung.

Arme Frauen verschleiern sich häufiger als reiche. Im Streit zwischen Religiösen und Säkularen liegt auch eine Prise Klassenkampf. Aber nun sind da die jungen Schicken: Sie wickeln in dieser Saison den Schal so eng wie möglich um den Kopf, die Enden in den Blusenkragen gesteckt. Der Schal kann aus kirschroter Seide sein, dann wird er nach hinten gebunden, der Hals bleibt nackt. Oder er ist orangefarben mit Längsstreifen, dann flattern seine Enden hinter der Trägerin her. Solche Frauen sind wandelnde Statements, gegen den autoritären Säkularismus ebenso wie gegen religiöse Prüderie.

In den vergangenen zehn Jahren seien 50.000 Studentinnen zum Verlassen der Universität gezwungen worden, 5000 Staatsdienerinnen sei das Recht auf Arbeit genommen worden, heißt es in einer Beschwerde religiöser Frauen an die Vereinten Nationen. Die Zahlen sind geschätzt, nicht nachprüfbar. Den Kopftuchfrauen würden Bürgerrechte vorenthalten, sagen auch säkulare Verfechter von mehr Demokratie. »Wir müssen den Religiösen vertrauen. Anders geht es nicht. Jede Gesellschaft beruht auf Differenz und auf Vertrauen«, sagt Dilek Kurban, eine junge Juristin bei Tesev, einer Stiftung für Sozialforschung. »Und wenn du nicht die Rechte derer verteidigst, die anders sind als du, dann bist du kein Demokrat.«

Wagnis Toleranz. Kreative, weltläufige junge Istanbuler, die beim Cocktail die Gebetsrufe vorbeiwehen lassen, fühlen sich im Zwiespalt, fürchten um ihren Lebensstil, ihre geistige Freiheit. »Wir sind in einer paradoxen Lage«, sagt eine Filmemacherin. »Ethisch bin ich verpflichtet, für die Rechte der Religiösen einzutreten. Obwohl ich weiß, sie werden mir irgendwann meine Rechte nehmen.«

Der Islam hat seine Intellektuellen, seine Unternehmer hervorgebracht, seine Moden und Lebensstile. Auch dies ist ein Kräftemessen, und man kann Mustafa Karaduman ansehen, dass es ihm Spaß macht. Der Chef des Textilunternehmens Tekbir ist der Schneider des neuen sichtbaren Islams, er hat die Verhüllung zur Mode gemacht, hat den Islam in die Schaufenster gebracht, auf die Bürgersteige der besseren Viertel, in die Restaurants der aufstrebenden muslimischen Bourgeoisie.

Karaduman, 53, hat nichts Frömmelndes. Den Vollbart, das Erkennungszeichen der Religiösen, kombiniert er mit einem flotten glänzenden Streifenanzug im Stil der Saison, checkt während des Interviews seine SMS. Ein Aufsteiger, ein Selfmademan aus Anatolien. Er fing als Bügler und Näher an. Heute hat er Geschäfte in jeder größeren türkischen Stadt, 14 allein in Istanbul, in Deutschland verkauft er über Franchise-Läden.

Tekbir, das ist die Bezeichnung für den berühmten Ruf Allahu Akbar, »Gott ist der Größte«. Eine Modekette so zu nennen war vermessen und genial zugleich: das Heilige als Markenzeichen. »Ich genieße es, ein Muslim zu sein«, sagt Karaduman selbstsicher, mit Lust an Provokation und einem sehr direkten Blick in die Augen.

Als er 1982 anfing, trugen die Frauen in Istanbul Röcke bis unters Knie, kemalistische Länge. Er führte die Hose mit Mantel oder langer Tunika ein, die taillierte Ganzkörperverhüllung. 30.000 solcher Kombinationen produziert er nun im Monat, sie sind nicht billig, die meisten Kundinnen kommen aus der Mittel- und Oberschicht. Berühmt wurde Karaduman 1992 mit seiner ersten Modenschau. Er schickte normale Models auf den Laufsteg – verschleiert. Religiöse waren empört, Säkulare höhnten. Er entgegnete: »Ich bedecke doch die Models, die sonst im Badeanzug zu sehen wären.«

Durch Karadumans Schlitzohrigkeit und Charme schimmert erst allmählich durch, wie radikal er ist. »Bei der Abendmode haben wir keine Vorbehalte gegen ein Dekolleté«, sagt er, »weil Männer und Frauen getrennt feiern.« Als sei Geschlechtertrennung in der Türkei normal – was sie keinesfalls ist. Er verkauft Badeanzüge, die aus langer Hose und langer Jacke mit Haube bestehen, aber selbst in dieser Froschkostümierung will er Frauen nur an einem männerlosen Strand sehen.

So rigoros denkt nur eine Minderheit der religiösen Unternehmer. In den vergangenen zwei Jahrzehnten ist eine neue Kaste gläubiger Geschäftsleute entstanden, häufig kamen sie wie Mustafa Karaduman aus Anatolien, waren die Söhne (seltener die Töchter) von Migranten, die erste Generation mit städtischer, höherer Bildung. Bei Müsiad, dem größten von drei islamischen Wirtschaftsverbänden, sind 2750 Unternehmer organisiert, meist Mittelständler, fast alle Branchen sind vertreten, der Verband hat Zweigstellen in 27 türkischen Städten und auch in Deutschland. »Wir sind sozial-konservativ und religiös, aber in wirtschaftlicher und politischer Hinsicht radikaler als die Großunternehmer«, erklärt der Vizevorsitzende von Müsiad. »Gain from change, wir haben nichts zu verlieren. Vom Status quo profitieren nur die Großen. Wir sind nicht abhängig vom Staat, weil wir zu klein sind für Staatsaufträge. Wir sind für freie Märkte, für den EU-Beitritt.«

Eine verbotene Bruderschaft verhalf dem modernen Islam zum Aufstieg

Es war der Wirtschaftstechnokrat Turgut Özal, Premierminister und Staatspräsident in den achtziger Jahren, der den Aufstieg des islamischen Unternehmertums und die Entstehung einer islamischen Elite begünstigte. Özal und sein jüngerer Bruder Korkut – er ist heute noch eine wichtige Figur bei Islamic Banking – entstammen einer jahrhundertealten religiösen Bruderschaft: dem Nakshibendi-Orden. Eine mystische, am Sufi-Islam orientierte Gemeinschaft, das klingt weltfern. Aber die Bruderschaft mit etwa zwei Millionen Anhängern wurde zum Humus für den Aufstieg eines ehrgeizigen, modernen Islams. 1925, kurz nach Gründung der Republik, wurde der Orden verboten, und obwohl das Verbot bis heute formell gilt, entstammen den Nakshibendis erstaunlich viele einflussreiche Männer, Regierungschef Erdoğan zählt dazu.

Ein mystischer Orden, der zugleich ein modernes Netzwerk ist. Er hütet beileibe nicht nur spirituelle Geheimnisse. Korkut Özal, um Aufklärung über die Nakshibendis gebeten, hüllt sich in Unkenntnis. Spätestens hier betreten wir ein schwer zu durchdringendes Terrain. Parallelgesellschaften gibt es wirklich in der Türkei. Weit verzweigte islamische Gegenwelten in Business und Bildung, meist sind sie staatstreu und staatsfern zugleich, und sie verbinden islamische Identität mit ganz diesseitigem Erfolgsstreben.

Das naturwissenschaftliche Fatih-Lyzeum am Stadtrand von Istanbul nimmt nur gute Schüler auf. Eine private Eliteschule, deren islamischer Hintergrund sich dem bloßen Auge nicht zeigt. Für das Gespräch mit der Reporterin hat die Schulleitung die 15-jährige Reyhan ausgewählt, eine ungeduldige Hochbegabte, die Türkei-Beste in Mathematik. Reyhan, Tochter eines Polizisten, hat ihre Karriere schon bis Harvard vorausgedacht, sie inspizierte diverse Schulen, wählte das Fatih-Gymnasium, weil es ihr die besten Lernbedingungen bietet: kleine Klassen, hervorragende Labors, ausgezeichnete Lehrer. Das Schulgeld von über 6000 Euro wurde ihr erlassen. So werben die Fatih-Lyzeen – es gibt 150 in der Türkei – jedes Jahr um die tausend Klügsten der Nation.

Hinter den Fatih-Schulen steht eine weltweit agierende türkisch-islamische Bildungsbewegung, gesponsert von ihr nahe stehenden Unternehmern. Baut neue Schulen statt neue Moscheen!, predigte Fethullah Gülen, der geistige Vater und Namensgeber. Nur durch mehr weltliches Wissen könnten die Muslime ihre Abhängigkeit vom Westen überwinden. Mit Schulen von Tansania bis China, viele in den Turkstaaten Zentralasiens, wirbt die Bewegung um die örtlichen Eliten. Sie sollen die Türkei als Modell sehen, und auch der Islam soll sich international rehabilitieren unter Führung einer starken Türkei. Ein solcher Nationalismus gefällt dem türkischen Staat – einerseits. Andererseits fürchtet er, die schlauen Fethullahçis könnten nach den Schalthebeln der Macht greifen. Vorsichtshalber wurde der populäre Prediger Gülen mit einer Anklage außer Landes getrieben; er lebt heute in den Vereinigten Staaten.

Gerade hat die Bewegung in Istanbul eine »Türkisch-Olympiade« organisiert mit Jugendlichen aus etlichen Ländern, in denen Türkisch nicht gerade Verkehrssprache ist. Über einem Foto von afrikanischen Teilnehmern in bunten Gewändern steht in der bewegungseigenen Tageszeitung Zaman: »Nein zu Englisch, ja zu Türkisch«. Gegen Verwestlichung, kulturelle Verflachung und säkularen Materialismus: Zaman (»Zeit«) ist ein anspruchsvoll gemachtes Blatt mit einer Auflage von 600.000 Exemplaren, einem preisgekrönten Layout und einer vorwiegend akademisch gebildeten Leserschaft. Von seiner Europa-Ausgabe verkauft Zaman nach eigenen Angaben 30.000 Exemplare in Deutschland. Hierzulande entwickelt sich also ebenfalls ein religiös-intellektuelles Milieu.

Redaktionsbesuch: edles Design, feine Technik, beim Chefredakteur moderne Malerei. Die Belegschaft ist jung, mit und ohne Kopftuch, 500 Leute arbeiten für die Tageszeitung und ihr Wochenmagazin. Im obersten Stock der Redaktion sitzt Ali Bulaç im zerdrückten Anzug auf einem langen, schwarzen Designersofa – ein Intellektueller, der nicht ganz in diese kühle Ästhetik passen will. Bulaç, Autor und Soziologe, ist einer der einflussreichsten islamischen Köpfe der Türkei, er dachte den Weg vor, den Erdoğan und seine AKP später beschritten. Die Idee eines islamischen Staats sei »tot«, schrieb er, die Alternative zum autoritären Kemalismus sei ein demokratischer, ideologiefreier Staat, der Religiöse nicht diskriminiere.

Die Türkei war nie Kolonie, es fehlt das Gefühl einer essenziellen Kränkung

Heute ist Bulaç enttäuscht, von Erdoğan, vor allem aber von Europa. Als der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg im vergangenen November dem türkischen Kopftuchverbot seinen Segen gab, »da haben wir verstanden, dass wir von Europa nichts zu erwarten haben. Die Rechte der Muslime stehen nicht auf der europäischen Agenda.« Europa kapsele sich ab, sagt Bulaç, »ich bezweifle, dass Europa die Welt noch versteht. Jedenfalls wachsen dort keine großen Intellektuellen mehr heran, kein Kant, kein Hegel.« Eine EU-Mitgliedschaft hat für ihn allen Glanz verloren. Überhaupt, diese Fixierung auf den Westen habe die Türkei doch gar nicht nötig! »Es wird gerade eine neue Welt gegründet, die Gewichte verlagern sich von West nach Ost, nicht nur wirtschaftlich, auch intellektuell, und die Türkei hat große Märkte um sich herum.«

Bevor Bulaç geht, sagt er noch: Er sei für Angela Merkels Modell der privilegierten Partnerschaft. Der islamische Vordenker und die christdemokratische Kanzlerin, ein bemerkenswertes Duo.

Die Türkei war nie eine Kolonie. Dies ist einer der Gründe, warum ein radikaler politischer Islam hier weniger fruchtete als in den meisten arabischen Staaten. Es fehlt das Gefühl einer essenziellen, historischen Kränkung. Die Türkei hat keinen einzigen islamistischen Ideologen hervorgebracht. Nun jedoch zieht sich durch viele Gespräche ein Groll aus jüngeren Quellen, eine Verdrossenheit über den Westen und dessen doppelten Standards. Die Zypern-Politik der EU wird als Diktat empfunden. Und wie kann es sein, dass der große Nato-Bruder Amerika anscheinend foltern darf, während sich der Westen der Türkei gegenüber als Lehrmeister im Fach Menschenrechte aufspielt?

Mustafa Ercan, der Istanbuler Vorsitzende der muslimischen Menschenrechtsorganisation Mazlumder, verbirgt seine Reserviertheit nicht. Soll er sich ausgerechnet bei einer westlichen Journalistin darüber beschweren, dass in der Türkei Muslime von Muslimen religiös unterdrückt werden? Sein Verband wurde 1991 von 54 Leuten gegründet, heute hat er 10.000 Mitglieder und Zweigstellen in vielen Städten. Eine Parallelstruktur zu den säkularen, eher links orientierten Menschenrechtsgruppen. Die Solidarität von Mazlumder gilt nicht allein Religiösen, betont Ercan, aber doch vorrangig. Auch seine Ethik beruft sich auf religiöse Quellen: zunächst auf Mohammed, der unter den Händlern von Mekka ein Verfechter von Fairness gewesen sei, bevor er zum Propheten wurde; ferner auf die Zehn Gebote Mose und die Bergpredigt. »Wir versuchen, das Bewusstsein zu verändern«, sagt Ercan. »Wir können den Mädchen nicht das Recht auf Verschleierung verschaffen. Aber wir helfen ihnen, einen Platz in der Gesellschaft zu finden.«

Von Europa verspricht sich der Menschenrechtsaktivist nicht einmal mehr einen Dialog. »Der Westen zwingt sein Denksystem dem Rest der Welt auf. Es geht nicht nur um den Islam. Der Westen akzeptiert schlicht nur sein eigenes Denken und behauptet dann, es sei universell. Das ähnelt Gehirnwäsche.«

Die Linken sind säkular, die Religiösen konservativ – so lautet eine übliche Gleichsetzung in der Türkei. Kenan Çamursu will sich da nicht einfügen. Der 45-jährige Autor stellt sich provokant als »linker Islamist« vor und schiebt gleich nach, was er für den Gegenpol seines eigenen Islamverständnisses hält: »Die Taliban sind Faschisten.«

Çamursu hatte als Treffpunkt ein Wasserpfeifen-Café vorgeschlagen. Mit seinem halblangen, gewellten grauen Haar würde man den kleinen Mann im roten Polohemd im ersten Moment eher der Werbebranche zuordnen als islamischen Zirkeln. Çamursu redet ruhig und konzentriert. Er hat Internationale Beziehungen studiert, spricht Arabisch und Persisch, und wenn er erklärt, was er unter links versteht, dann merkt man, dass er natürlich auch die westlichen Diskurse kennt – ohne sich selbst in Richtung Westen zu orientieren.

Seinen links-islamischen Gegenentwurf zum »totalitären Säkularismus« umreißt er so: Möglichst wenig Staat, er darf sich nicht in das tägliche Leben der Bürger einmischen. Pluralismus, Individualismus und Demokratie könnten nur durch eine starke Zivilgesellschaft erreicht werden. Und genau an diesem Punkt habe Erdoğan versagt – ebenso wie die Reformer in Iran um den ehemaligen Präsidenten Chatami, fügt Çamursu überraschend hinzu. Beide hätten einem veralteten Begriff von Macht angehangen, statt die Bürger zu mobilisieren. »Beide haben die Konfrontation mit der alten Garde gescheut«, mit der kemalistischen in der Türkei, mit der theokratischen in Iran.

In Mittelanatolien gedeiht der neue islamische Kapitalismus

Türkei und Iran: In der Tat wirken beide Länder wie spiegelbildlich verkehrt. In der Türkei werden die öffentlichen Ansprüche des Islams staatlich-autoritär im Zaum gehalten. In Iran wird hingegen der öffentliche Raum von einer staatlich instrumentalisierten Religion beherrscht. Hier das Kopftuchverbot, dort der Kopftuchzwang. Und auch die Wirkung ist paradox: Die Bevölkerung der säkularen Türkei wird heute für religiöser gehalten als die im iranischen Gottesstaat.

Man muss in der Türkei weiter nach Osten fahren, um Menschen zu treffen, die nach Westen blicken – und Europa noch etwas abgewinnen können. Anatolien, das neue Mittelanatolien! Von hier laufen die Leute nicht mehr weg, sie kommen hierher, hier gibt es Arbeit, Entwicklung.

Kayseri war eine staubige Kleinstadt an der historischen Seidenstraße. Nun wandert der Blick vom zwölften Stock eines Hilton-Hotels aus über die anthrazit schimmernden Kuppeln der alten Moscheen zu einem breiten Gürtel von Hochhäusern, manche sind pastellfarben, gelb, hellgrün, blassrot. In alle Himmelsrichtungen dehnen die Wohntürme der Zugezogenen die Stadt, winzig in der Mitte ihr alter Kern. »Anatolischer Tiger« wird Kayseri genannt. Hier sprang ein islamisch konturierter Kapitalismus ins Guinness Buch der Rekorde: 139 Firmen an einem Tag eröffnet. Das war 2004. 2005 lag der Rekord bei 232 Gründungen an einem Tag.

Kayseri ist schon lange eine Hochburg islamischer Parteien. Erdoğans AKP verzeichnete hier 72 Prozent, mehr als überall sonst, das wird dem sauberen Image des Bürgermeisters zugeschrieben. Sein Vorgänger, ein Juraprofessor, saß wegen einer Bemerkung über Atatürk zeitweise im Gefängnis. Er war der Erste, der Kayseris Arbeitsethos »protestantisch« nannte. Kürzlich hat ein deutsch-türkischer Think Tank die Unternehmer wegen ihres frommen Fleißes »islamische Kalvinisten« getauft, das machte Furore, wurde als Angebot zur Selbststilisierung dankbar angenommen.

Hacilar, eine Kleinstadt in den grünen Hügeln oberhalb von Kayseri, gilt als Wiege des Wirtschaftswunders. Von hier stammt Mustafa Boydak, der Möbelkönig der Türkei. Ein Mann mit nur einem Jahr Schulbildung, der es vom Lehrling in einer Schreinerei zum Besitzer eines Großkonzerns mit 20000 Beschäftigten brachte. Hacilars Bürgermeister sitzt im pinkfarbenen Hemd neben seinem Flachbildschirm und sagt: »Verwechseln Sie die Anatolier von heute nicht mit der ersten Generation von Einwanderern in Ihrem Land! Früher knüpften hier 2000 Familien Teppiche. Heute sind wir so modern wie der Westen.«

Die religiösen Unternehmer konkurrieren im Sponsorentum. Hier ein schlüsselfertiges College vom Möbelkönig, dort eine ganze Jurafakultät. In Hacilar wurden von 13 Schulen elf privat gebaut, auch eine Sporthalle, ein Krankenhaus, sogar die Polizeistation. Als wollten diese muslimischen Rotarier beweisen, dass der Staat eigentlich verzichtbar ist. Der Vorsitzende der Sponsorenriege ist ein Textilunternehmer. Er sagt: »Die Türkei ist ein Leitstern für andere islamische Länder. Wenn wir in der EU sind, wird das gut sein für Europa. Wenn wir Europas Hand halten, wird alles gut.«

Der Chef der Religionsbehörde sprach mit Feministinnen über Ehrenmorde

Am Stadtrand von Ankara steht ein prächtiger Neubau, es könnte die Zentrale eines Großkonzerns sein, tatsächlich ist es das Amt für religiöse Angelegenheiten, die staatliche Religionsbehörde. Der Vergleich mit einem Konzern geht dennoch nicht ganz fehl: Hier sitzt ein Monopolist, er hat 80.000 Angestellte, einen Jahresetat von gut 600 Millionen Euro, und er achtet eifersüchtig darauf, dass in den 80.000 Moscheen des Landes nur seine Produkte gehandelt werden. Sie tragen das Siegel: staatlich geprüft, garantiert politikfrei.

Laizismus, das bedeutet in der Türkei keineswegs die Trennung von Staat und Religion. Die Religion darf nicht auf die Politik einwirken, aber der Staat sehr wohl auf die Religion. Und während der Staat nicht einmal das Zipfelchen eines Kopftuchs in einer Pförtnerloge duldet, unterwarf er den Islam seiner Kontrolle, hat ihn mal gestutzt, mal gefördert und instrumentalisiert, etwa im Kampf gegen Linke und Kurden.

In die Bundesrepublik kam der türkische Staatsislam Anfang der achtziger Jahre, er kam als Ordnungsmacht, denn in den Hinterhofmoscheen der Emigranten war ein wilder Islam gewachsen. Es galt, das antilaizistische Unkraut zu beseitigen, doch sein Monopol konnte der Staatsislam unter den Migranten nie mehr ganz zurückgewinnen.

Ali Bardakoğlu, der Amtspräsident, sitzt am Ende einer Zimmerflucht hinter zwei hohen Aktenstapeln – die Kombination illustriert zugleich die Grandezza und die Enge im Amt des ranghöchsten Theologen. Der 55-jährige Professor wurde vor gut drei Jahren von der AKP-Regierung berufen. In der symbolträchtigen Kopftuchfrage verkörpert er die Zerrissenheit seines Landes in der eigenen Person. Das Tuch sei »eine religiöse Verpflichtung«, doch bleibe eine Muslimin auch unbedeckt eine Muslimin, er wolle sich »nicht in politische Entscheidungen einmischen«, wünsche indes, »dass jeder frei und nach eigenem Gutdünken leben« könne. Den Mädchen am Tor der Universität hilft das wenig, das weiß er.

Der Staat als Lieferant und Finanzier religiöser Dienstleistung: Dieses türkische Modell verteidigt Bardakoğlu entschieden, rühmt es sogar als Vorbild für die übrige islamische Welt. »In vielen Ländern ist die Finanzierung im Stil eines freien Markts die Ursache für so viel Chaos und Unordnung in religiösen Fragen.« Der Beweis, dass mit diesem Modell Religionsfreiheit möglich ist, steht allerdings noch aus. Etwa 20 Prozent der türkischen Muslime sind Alewiten, eine Minderheit, die sich weder bei Sunniten noch bei Schiiten heimisch fühlt. Anders als die Imame bekommen die alewitischen Vorbeter kein Gehalt vom Staat, und während Christen jetzt immerhin an einigen Orten Kirchen bauen dürfen, klagen Alewiten, ihre Gebetshäuser würden nicht anerkannt.

Trotzdem gilt der Chef des Staatsislams als Reformer. Vorsichtig versucht Bardakoğlu die staatliche Umklammerung ein wenig zu lockern, gibt den Imamen vor Ort mehr Spielraum. Und er will beweisen, was dem Islam seit Atatürk als Beweislast aufgegeben ist: dass er in die moderne Gesellschaft passe. »Religion muss Teil der Lösung sein statt Teil des Problems.« Also setzt er Akzente: Organspende ist islamisch erlaubt, Zwangsehe nicht. In den Freitagspredigten, die aus Ankara an die 80.000 Moscheen geschickt werden, geht es nun häufig um Menschenrechte und um Frauenrechte. Das sind neue Töne. Und Bardakoğlu holt Frauen an Bord des bislang fast ausschließlich männlichen Staatsislams: als Vaize, studierte Rechtsgelehrte, und als Vizemufti, also Vizeentscheider, der Provinzen.

Und dann traf er sich sogar mit Feministinnen. Wegen der Ehrenmorde.

Hidayet Tuksal trägt ihr Kopftuch wie eine Bäuerin, ganz traditionell unterm Kinn geschürzt. Eine unprätentiöse Intellektuelle, eine hochqualifizierte Theologin. Für ihre Doktorarbeit forschte sie acht Jahre lang aus Frauensicht über die Hadithe, die Überlieferungen des Propheten. Sie nennt sich Feministin, ungewöhnlich für eine Religiöse. »Das gilt in der Türkei als lesbisch«, sagt sie fröhlich, »aber das kann mich nicht einschüchtern.« Die fromme Rebellin und ihre religiösen Mitstreiterinnen brachten zwei Kulturen an einen Tisch, die sich noch nie die Hand gegeben hatten: Staatsislam und säkulare Frauenbewegung. Beide misstrauten einander zutiefst, hatten aber ein gemeinsames Ziel: Ehrenmorde bekämpfen. Bardakoğlu brauchte die Erfahrung der Aktivistinnen, und diese wollten das Instrument religiöser Autorität. An der ersten Predigt gegen Ehrenmorde schrieben sechs Frauengruppen mit.

Diyarbakir, Südostanatolien, empfängt mit Backofenhitze und Pluderhosen. Dies ist Kurdistan. Diyarbakir lag lange im Zentrum des Bürgerkriegs. Nun spielen die Restaurants laute kurdische Musik, doch die soziale Lage ist desolat. Die Stadt ist auf 1,5 Millionen Menschen angeschwollen, viele von ihnen sind früher vom Militär aus ihren Dörfern vertrieben worden. Nun sind sie Entwurzelte, seelisch irgendwo im Niemandsland zwischen Dorf und Stadt. Die Mädchen sehen die Freiheiten der Stadt, aber die Familien wollen die Mädchen halten wie in der Enge des Dorfs.

Auf des Messers Schneide zwischen Tradition und Moderne geschehen die meisten Ehrenmorde. Aber seltsam – dieses rückschrittliche, stigmatisierte Südostanatolien hat noch eine ganz andere Seite: Nirgendwo sonst in der Türkei gibt es so viele und so aktive Frauenorganisationen. Kamer, die größte, hat 23 Frauenzentren aufgebaut, arbeitet mit Tausenden Freiwilligen. Es gibt weibliche Bürgermeister, weibliche Islamgelehrte. Ihrer aller Feind sind die feudalen Verhältnisse, die Clanchefs. Sie haben sich als informelle religiöse Autoritäten etabliert, zu ihnen kommen Familien, die zwischen Religion und archaischen Sitten nicht unterscheiden können und fragen: Müssen wir unsere Tochter töten? Oft hören sie: Tötet sie! Ein paar Kilometer weiter sitzt der Provinzmufti von Diyarbakir hinter einem gewaltigen Schreibtisch und sagt: »Niemand auf der ganzen Welt kann eine Fatwa zugunsten eines Ehrenmords erlassen! Das ist völlig außerhalb des Islams.«

Auch dies ist ein Kräftemessen: Religion gegen Tradition. Kann sich der Islam als eine rationale Religion gegen die finstere Irrationalität feudaler und patriarchalischer Verhältnisse durchsetzen?

Die Propaganda der Tat fing mit einer Beerdigung an, mit 20 Frauen und einem Imam. Eine Schwangere, gesteinigt, hatte sieben Monate lang im Koma gelegen. Als sie starb, wollte die Familie nicht einmal die Leiche abholen. 20 Frauen und der Imam trugen sie zu Grabe. Ein halbes Jahr später der nächste Fall: eine 15-Jährige, von ihrem Cousin vergewaltigt, dann gesteinigt. Diesmal kamen 500 Frauen und Männer und der Imam. Der Sarg wanderte von Hand zu Hand, das ist eigentlich Männersache. Aber ein Foto zeigt, wie die Frauen den Sarg umringten, Frauen mit und ohne Kopftuch.

Der Scheich sieht aus wie ein Dandy, senfgelb die Hose, hennarot der Bart

Am Ende dieser Reise durch den türkischen Islam trafen wir den kleinen Mann im senfgelben Mantel. Er befand sich nach dem Freitagsgebet in Diyarbakir. Der Mann fiel auf, er sah aus wie ein frommer Dandy, senfgelbe Weste und Hose, leuchtend hennarot gefärbter Bart und Haar, obenauf ein weißer Turban. Auf dem kurzen Weg von der Moschee zum Basar drängten sich Männer, seine Hand zu küssen. Er war ein Sufi-Scheich vom Orden der Nakshibendi, jener verbotenen Bruderschaft, die zum modernen Netzwerk wurde.

Der Scheich machte wortlos Zeichen, ihm zu folgen. Die Basarklause eines Herrenschneiders schien ihm ein würdiger Ort zum Reden, dort saßen wir auf winzigen Hockern, umringt von hohen Regalen mit Hemden und Hosen. Fünf Männer lauschten stehend in respektvollem Abstand, leicht vorgeneigt, damit sie keines der Worte des Scheichs verpassten. »Alle Religionen sind gleichwertig«, sagte er, »alle lehren eine gute Moral, alle kommen von Gott. Warum kann der Westen nicht akzeptieren, dass der Islam von Gott kommt?«

Zum Abschied sagte der Mann im gelben Mantel: »Was immer deine Wahrheit ist: Gott möge sie dir geben.« Es klang sehr modern.

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