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654.965 Todesopfer, Folgen des US-Kriegs gegen den Irak

Oktober 16, 2006

Am Mittwoch veröffentlichte die britische Zeitschrift The Lancet die Ergebnisse einer neuen Studie zu den durch den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Irak und der anschließenden Besatzung verursachten Todesopfern unter der Bevölkerung.

Schon vor zwei Jahren hatte die Zeitschrift die Ergebnisse einer Studie der gleichen Forschergruppe veröffentlicht. Damals waren die Wissenschaftler aufgrund von Befragungen von Menschen vor Ort im Irak zu dem Ergebnis gekommen, daß etwa 100.000 Menschen infolge des Angriffskrieges gestorben waren. Die nun veröffentlichte, auf den gleichen wissenschaftlichen Methoden beruhende Studie kommt zu dem Schluß, daß im Irak seit Beginn des US-geführten Angriffskrieges über 650.000 Menschen mehr als infolge der Sterblichkeitsrate im vorangegangenen Jahr zu erwartenden Zahl gestorben sind.

Wie schon die erste Studie beruhen diese Zahlen auf Befragungen von Haushalten im Irak hinsichtlich der Todesfälle vor und seit Beginn der Besatzung, wobei die Ergebnisse der zweiten Studie die der ersten belegten.. Es kann kaum verwundern, daß die Sterblichkeitsrate von 5,5 pro 1.000 Menschen vor Beginn des Krieges – aber schon nach langen Zeiten der drastischen Sanktionen, der Betrachtungszeitraum beginnt hier am 01.01.2002 – auf 13.3 nach Beginn des Krieges gestiegen ist. Bemerkenswert ist hier vorrangig, daß die Sterblichkeitsrate im Verlauf der Zeit stark ansteigt. Betrug sie in der Zeit vom März 2003 bis zum April 2004 noch 7,5 von 1.000 Menschen, so stieg sie über 10,9 im Zeitraum vom Mai 2004 bis Mai 2005 auf 19,8 in der Zeit vom Juni 2005 bis zum Juni 2006 an. Diese Steigerung ist um so bemerkenswerter, als bei der nun veröffentlichten Studie zwei irakische Provinzen – Muthanna und Dahuk – vollständig ausgeklammert wurden, da eine verwratbare Datensammlung dort nicht möglich war. Die tatsächliche Zahl der Toten liegt also zweifelsohne noch höher.

Über 600.000 der knapp 655.000 Menschen sind der Studie zufolge gewaltsam getötet worden, wobei keine Unterscheidung zwischen Zivilisten und Widerstandskämpfern gemacht wurde. Über 50.000 Menschen sind demnach infolge der schlechten Versorgungslage – noch schlechter als zur Zeit der von den USA erwirkten UN-Sanktionen – gestorben.

Den Erkenntnissen der Wissenschaftler zufolge sind also innerhalb von dreieinhalb Jahren der Besatzung rund 2,5 Prozent der irakischen Gesamtbevölkerung getötet worden.

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