Skip to content

Palästinenser zahlen Zeche für Sünden der Europäer

August 5, 2006

Die “Road Map” führt nach Armageddon
Lets Not Forget: Bush Planned Iraq ‘Regime Change’ Before Becoming President
Von Henryk M. Broder

Der Vorschlag des iranischen Staatspräsidenten Mahmud Ahmadinedschad, Israel nach Deutschland zu verlegen, ist nicht so absurd, wie er klingt. Betrachtet man die Idee vorurteilsfrei, zeigt sich dahinter eine historische Bodenreform zum Nutzen aller beteiligten Parteien.

Jetzt fallen sie wieder über den iranischen Staatspräsidenten her, weil er vorgeschlagen hat, Israel aus dem Nahen Osten nach Deutschland bzw. Österreich zu verlegen. Sogar diejenigen, die über Mahmud Ahmadinedschads Forderung, “Israel von der Landkarte auszuradieren”, nicht allzu empört waren, reagieren aufgeregt, denn nun sehen sie das Problem auf sich zukommen. Mag eine “world without zionism” noch vorstellbar sein, ein Europa mit einem Judenstaat mittendrin ist eine Horrorvorstellung, die niemand zu Ende denken möchte.

Staatspräsident Ahmadinedschad: “Wo er Recht hat, hat er Recht”

Bundeskanzlerin Angela Merkel nannte Ahmadinedschads Vorschläge “vollkommen inakzeptabel”. Für ihr vorschnelles Urteil hat es keine Rolle gespielt, dass der iranische Staatschef immerhin von seiner ursprünglichen Forderung, Israel zu vernichten, abgerückt ist und stattdessen eine “Verlegung” des “zionistischen Gebildes” möchte. Vom humanitären Standpunkt ist das ein Fortschritt: Die Israelis sollen nicht mehr ins Meer gejagt, sondern nur noch auf eine Reise übers Meer geschickt werden. Man könnte es auch so sagen: Europa soll das Problem, das es kreiert und exportiert hat, zurückbekommen. Doch der Empfänger verweigert die Annahme der Sendung, noch ehe sie abgeschickt wurde.

Freilich: Wo Ahmadinedschad Recht hat, da hat er Recht. Es nutzt nichts, ihn als “außenpolitisch unerfahren” zu bezeichnen, wie es der Direktor des Orient Instituts, Udo Steinbach, vor kurzem getan hat.

Der Nahost-Konflikt ist nicht nur ein Kollateralschaden des Holocaust, er ist ein Produkt des europäischen Antisemitismus. Ohne die Pogrome in Polen und Russland, ohne die Dreyfus-Affäre in Frankreich (die Herzl erst zu einem Zionisten gemacht hat), ohne den deutschen Versuch der “Endlösung” der Judenfrage würden die Juden immer noch von einem eigenen Staat träumen, statt ihn verteidigen zu müssen.

Palästinenser zahlen Zeche für Sünden der Europäer

Ahmadinedschads Überlegung mag zu kurz greifen, aber im Prinzip ist sie richtig. Die Palästinenser zahlen die Zeche für die Sünden der Europäer. Und wenn es so etwas wie eine historische Gerechtigkeit in dieser Welt geben würde, wäre der jüdische Staat in Schleswig-Holstein oder in Bayern errichtet worden, nicht in Palästina.

Ich habe diesen Satz schon mehrfach geschrieben, zuletzt an dieser Stelle, und bin nun ebenso froh wie überrascht, dass Ahmadinedschad meine Überlegung aufgegriffen hat – wenn auch ohne Quellenangabe.

Historisch ist diese Idee nicht so absurd, wie sie nun dargestellt werden. In der zionistischen Bewegung war es lange nicht klar, wo der “Judenstaat” errichtet werden sollte. Herzl sprach von einem “Stück Erdoberfläche”, das die Juden in eigener Regie verwalten sollten. Es gab Überlegungen, eine “Kolonie” in Uganda oder Argentinien zu gründen. Dass die Wahl schließlich auf Palästina fiel, hatte sowohl historisch-emotionale als auch praktische Gründe. Wilhelm II., der sich als Schutzherr der Heiligen Stätten in Jerusalem verstand, wollte gerne ein deutsches “Protektorat” in Palästina haben und war deswegen für Herzls Ideen empfänglich. Wäre der Erste Weltkrieg nicht dazwischen gekommen, hätte aus dem Projekt etwas werden können.

So aber wurde Israel erst nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet, unter ganz anderen, extrem dramatischen Umständen. Es ging nicht nur darum, den Judeneine Heimstatt” zu geben, sondern auch über eine halbe Million “displaced persons”, Überlebende des Holocaust, aus Europa loszuwerden. Und so wurde das alte jüdische Gebet “Nächstes Jahr in Jerusalem” plötzlich Wirklichkeit.

Aber wie das so mit Wünschen und Träumen ist, die wahr werden: Kaum hatten die Europäer ihr Problem gelöst, wurde ein neues geschaffen. Es ist in der Tat schwierig, den Palästinensern klarzumachen, warum sie ihr Land mit den Juden teilen sollen, die von den Europäern schlecht behandelt worden sind. Die Palästinenser sind weder für die Pogrome von Kishinew bis Kielce, noch für die Konzentrationslager-Politik der Nazis verantwortlich.

Rückkehr zum Verursacherprinzip

Was Ahmadinedschad jetzt verlangt, ist die Rückkehr zum Verursacherprinzip. Für die Lösung eines Problems sind diejenigen zuständig, die es in die Welt gesetzt haben.

Und das sind die Europäer. Man könnte ihm allenfalls entgegen halten, dass er sich in der Geschichte nicht gut genug auskennt, weil er sie auf den deutschen Beitrag reduziert, statt auch die Russen, die Polen und die Franzosen in die Pflicht zu nehmen.

Aber diese Verknappung ändert nichts daran, dass Ahmadinedschad im Prinzip richtig liegt. Und statt sich über seinen Vorschlag zu empören, wäre es besser, die Vorteile zu erkennen, die er allen beteiligten Parteien bietet. Die Israelis wären endlich ihr größtes Problem los: die Sicherheit. Denn dafür wäre jetzt Deutschland zuständig. Und angesichts der traditionell guten deutsch-arabischen Beziehungen würde es kein arabisches Land wagen, Deutschland anzugreifen.

Der zweite große Vorteil wäre: Statt viel Geld für Reisen nach Europa auszugeben, wären die Israelis schon da, wo sie sich wohl fühlen, wo man so wunderbar einkaufen und auch am Samstag Bus und Zug fahren kann. Für die deutsche Seite wäre der Zugewinn noch größer. Endlich wäre der “jüdische Beitrag zur deutschen Kultur” wieder da, den man seit 1939 so schmerzlich vermisst. Kein Schmachten mehr nach frischen Bagels, echtem Klezmer und koscherem Fingerfood, nach jüdischen Erfindern und Nobelpreisträgern. Sie würden alle in die deutsche Statistik fallen.

Manche Stellen im Allgäu haben Ähnlichkeit mit Landschaft in Samaria

Bleibt nur die Frage, wo man den jüdischen Staat auf deutschem Boden errichten soll. Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sind dünn besiedelt, in der ehemaligen DDR stehen Millionen von Wohnungen leer. Man kann aber nicht davon ausgehen, dass die Juden sich noch einmal nah am Wasser niederlassen möchten. Auch in den Bergen ist es schön, und manche Stellen im Allgäu haben große Ähnlichkeit mit der Landschaft in Samaria.

Betrachtet man den Vorschlag des iranischen Staatspräsidenten ohne vorgefasste Meinung, prüft man alle Vor- und Nachteile ohne Zorn und Eifer, dann muss man zugeben, dass die Idee mehr als nur unkonventionell ist. Sie ist verlockend. Bislang galt in der deutschen Nahostdiskussion der Satz “Der Boden der deutschen Geschichte reicht bis nach Palästina”. Jetzt wäre die Gelegenheit da, eine historische Bodenreform durchzuführen, im eigenen Haus aufzuräumen.

Aber dazu wird es wohl nicht kommen. Wie alle neuen Ideen wird auch diese zerredet und schlechtgeschrieben werden. Und in Aachen, wer weiß es, denkt man vielleicht schon darüber nach, den nächsten Orden wider den tierischen Ernst dem iranischen Staatspräsidenten zu verleihen.

quelle:spiegel.de

13 Kommentare leave one →
  1. wiseman permalink
    August 6, 2006 11:45 pm

    im Prinzip fände ich die Idee gut: bei dieser Lösung müßte nicht Deutschland alleine die Zeche zahlen, sondern die Nachbarn, die sich in der Vergangenheit des Problems „Juden“ entledigt haben, könnten endlich einmal die Kultur eines unblutigen christlichen Abendlandes verwirklichen, könnten endlich einmal beweisen, daß sie genauso kultiviert wie die Muslime sein können.
    Ein Problem sehe ich: Israel ist die drittgrößte Atommacht der Welt – Deutschland ist per GG aber atomwaffenfrei.
    Lösung in Sicht:
    Da die deutsche Führungselite sich nicht getraut, daß Besatzungsstatut GG gegen eine richtige Verfassung einzutauschen, könnte diese katzbuckelnde Elite sich von jüdischen Intellektuellen helfen lassen, und könnte damit mehrere Dinge erreichen:
    sie könnte der Welt damit zeigen, daß sich nicht von der Jewish Agency länger erpressen läßt;
    sie könnte sich die immensen Waffenlieferungsgeschenke an Israel sparen und etwas Vernünftiges mit dem Geld anfangen;
    sie könnten sich die ganzen Grenzer gen Osten sparen, einfach nur die abgehärteten israelischen Soldaten mit ihrer Erfahrung zur Festigung von Grenzen gewähren lassen und pro 100 Juden den Bau einer Synagoge zusagen …
    und in der Welt würde Friede ausbrechen.

    wiseman

  2. ekir permalink
    Mai 15, 2007 4:43 pm

    Ja, Platz ist leicht zu schaffen: Alle Muslime raus aus Deutschland, zurück in die Türkei!

  3. Mai 16, 2007 12:36 pm

    ich waere dafuer.

  4. Laughing Man permalink
    November 26, 2007 10:29 pm

    Ich glaube das die pro israelischen Deutschen hinter der bedingunglosen Unterstütztung für Israels nur ihren Hass auf die Juden verbergen die möglischt weit weg haben wollen.

    Wenn dabei Palestinäser sterben müssen ist es ihnen egal den sie baden ja aus was Deutschland für Verbrechen begangen hat.

  5. MOSLEM permalink
    Januar 29, 2008 3:13 am

    ekir Says:
    Mai 15, 2007 at 4:43 nachmittags

    Ja, Platz ist leicht zu schaffen: Alle Muslime raus aus Deutschland, zurück in die Türkei!

    kommentar :

    WENN WIR DEUTSCHLAND VERLASSEN DANN HABT IHR KEINE MÄNNER MEHR HAHAHAH…. ERST DENKEN DANN SCHREIBEN OK 🙂 typisch deutsch

  6. Februar 1, 2008 2:09 pm

    ey

    wie wärs mal mit deutsche raus
    merkel (yes keine schlechte idde also dann mal los deutsche raus )
    ihr nazis!!!

  7. Februar 1, 2008 2:25 pm

    actung actung adolf hitler is da!!!!!

  8. Februar 3, 2008 11:33 pm

    Wie Churke schon dereinst sagte: gebt den Juden Deutschlands Osten und alle sind glücklich!

  9. PKK BRUDER permalink
    April 1, 2008 6:08 pm

    ich hoff die palastinenser bekommen auch wie ewir kurden ihr land

    biji kurde u kurdistan biji palastinia

  10. rafael permalink
    September 21, 2008 11:23 pm

    an alle hier im forum…es ist genau so wie mein kurdischer gevolksmann gesagt hat..palastina braucht ihren eigen staat..wenn das passiert sage ich euch zu hundert100% das die juden nicht lange existieren werden!!!inshallah!!!ich war einst christ doch als ich die warheit (islam)kennen gelernt habe weis ich das ich falsch gedacht hab..nun conventiert stehe ich da und sage euch: bitte hört nicht auf die medien hört auf euer herz..streit ist keine lösung konflikte sind ok aber streit muss nicht sein allah hafiz….

  11. Salar permalink
    Februar 26, 2009 11:32 am

    das hier ist wohl einer der grössten propaganda seiten überhaupt…lool israel nach europa verlegen..wers glaubt..eher werden alle moslems im nahen osten massakriert…und tschüss…achjaa moslems sollen mal nicht so viel mucken in deutschland..das kann ja keiner mehr ertragen…von wegen..wenn alle türken weg sind gibst keine männer mehr…ihr seid doch eh alle untreu und asozial..erstmal anständig integrieren dann reden…lool

  12. alime permalink
    Februar 26, 2009 4:47 pm

    @Salar
    wie wär’s mit „Demokratie nach Deutschland verlegen“. In Anbetracht des doppelten Standards, in Punkto religiöser Symbolik in der Öffentlichkeit, wird mir echt schlecht.

  13. alarichd permalink
    August 30, 2009 8:24 pm

    Alle Juden nach Deutschland auszusiedeln halte ich für eine absurde Idee, wenn man betrachtet, dass das „Projekt Israel“ doch das Ziel hatte, den Juden einen eigenen Staat zu beschaffen. Die Juden wieder so zu verteilen, wie vor 60 Jahren überhaupt wäre mit den Juden nicht zu vereinbaren, denn das würde bedeuten, dass sie in jedem Land eine Minderheit darstellen würden, die jederzeit anfällig für Verfolgung wäre, sollten sich die Zeiten von liberal und tolerant einmal ändern. Die Folge des Minderheitenproblems wäre auf lange Sicht nie gelöst.
    Israelis und Juden brauchen ihren eigenen Staat, um ihre Kultur und ihre Religion in einem für sie passenden Staat ausleben zu können; nur ist die Frage: wohin mit dem?
    Als freiheitlicher Nationalist glaube ich allerdings auch, dass jedes Volk, das den Willen zur nationalen Selbstständigkeit besitzt, dieses Recht auch beanspruchen darf, denn es kann nicht sein, dass das eine Volk vor dem anderen Rechte besitzt.
    Damit also stünde fest, dass auch Palästina seinen eigenen Staat braucht und logischerweise müsste der an der selben Stelle liegen, wie das historische Israel.
    Beide Staaten besitzen gleichermaßen Recht auf diesen Boden. Bedenkt dieses bitte.

    Ich will noch klarstellen, dass ich eindeutig pro-palästinensisch bin, allerdings nicht weil ich denke, dass dieser Staat Israel gegenüber einen Vorteil hätte, sondern weil die ungerechte, ja gar verbrecherische Haltung Israels gegenüber den Palästinenser – ja nicht nur der Hamas, auch gegen Frauen und Kinder, wie in diesem Blog bereits berichtet wurde – inakzeptabel für jeden klar denkenden Menschen ist.
    Wenn derartige hasserische Propaganda gegen alles Palästinensische betrieben wird, auch gegen völlig unschuldige Zivilisten, dann ist derjenige der Feind der Menschheit und das trifft auf Israel zu – nicht auf die Juden, um zu klarifizieren, dass ich kein Antisemit bin.

    Dass Deutschland die Juden in ihrem Vernichtungskrieg gegen Palästina unterstützt und damit den Kampf gegen eure Brüder des Glaubens, das haben sie schön den Linken Deutschlands zu verdanken; denjenigen, die auch 64 Jahre nach Ende der nationalsozialistischen Diktatur noch denken, Deutschland hätte eine historische Verpflichtung gegenüber Israel – offenbar in allen Handlungen.
    Denjenigen, die „denken“, man müsse Israel unterstützen, auch wenn es Krankenhäuser und Schulen in Schutt und Asche gelegt zivile Ziele vernichtet und damit Verbrechen abscheulichster Art begangen hat.
    Jeder deutsche Moslem, der sich mit seinen Brüdern im Glauben verbunden fühlt, muss Rechts wählen, dann wird auch mittelbar dafür gesorgt, dass Deutschland den Sühnekult aufgibt und sich auf die Seite der Gerechten stellt.
    Man mag entgegnen, dass diese Parteien doch islamophob seien.
    Nicht zwingend; man will nur dasselbe Desaster, den Kampf der Kulturen, verhindern, der zur Zeit auch im gelobten Land stattfindet.
    Nehmt das exzellente Beispiel vom österreichischen „Rechtspopulisten“ Dr. Jörg Haider, der zwar bedauerlicherweise am 11. Oktober 2008 verschieden ist, aber immer versucht hat, sich mit der arabischen Welt zu arrangieren, darunter mithilfe zweier „umstrittener“ Reisen in den Iran, um auch den Präsidenten Ahmedinedschad zu sprechen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: